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19.10.2009- Aktuell

«Saitenwind»-Musik hat begeistert

Drei Tage voller «Saitenwind»-Musik zum Abschluss: In Wildhaus und Alt St. Johann haben Konzerte, Klangkurse und Klangerlebnisse viel Volk angezogen. Gestern, am letzten Konzert, konnte das 1000. Mitglied des Fördervereins Klangwelt Toggenburg begrüsst werden.

Von Reto Neurauter
Alt St. Johann/Wildhaus. – Das zweite und letzte Wochenende des «Saitenwind»-Instrumentalfestivals hatte es in sich: Am Freitagabend sorgten Bettina Boller (Violine) und Stefka Perifanova (Klavier) in der Propstei Alt St.Johann für ein vielbeachtetes Konzert auf höchstem Niveau.
Am Samstag gab es gleich zwei Hauptacts in der evangelischen Kirche: Zuerst Albi Brun’s NAH Trio mit Marc Unternährers Tuba und Andy Aegerters Schlagzeug. Im Anschluss war es des Geigers Tobias Preisig Kaleidoscope String Quartet mit Simon Heggendorn (Violine), David Schneebeli (Viola) und Bruno Fischer (Cello). Alle brachten eine gehörige Portion Jazz und neue Volksmusik ans Festival, was begeistert aufgenommen wurde.
Klang auf besondere Weise erlebt
Klangerlebnisse gabs am Samstag und Sonntag mit Baumkünstler und Musiker Oliver Lüttin in Wildhaus. Barbara Kamm führte durch die Ausstellung «Tierglocken aus aller Welt», die noch bis Ende Jahr in der Propstei zu sehen ist.
Stefan Gubler liess diese Propstei zwischen gestern und heute aufleben, und Kirchenmusikerin Heidi Bollhalder lüftete das Geheimnis von Josef Loosers Toggenburger Hausorgel aus dem Jahre 1812. Klangwelt-Initiator
Peter Roth brachte – zusammen mit Hansruedi Ammann – den Besuchern den Klang der Sennschellen näher und lüftete mit Ausschnitten aus
Thomas Lüchingers Film  «Johle und Werche» das Geheimnis der Herstellung der Senntumschellen.
Positive Bilanz
Dass der musikalische Leiter Noldi Alder – auch beim dritten Mal möchte er dabei sein, «sofern man mich will» – mit den Musikgruppen und Kursleitern einen guten Griff tat, konnte man am abschliessenden Konzert beobachten.
Eine Musikerin und zehn Musiker haben gezeigt, was sie seit der ersten Unterrichtsstunde bis heute gelernt haben. Sonst doch mehrheitlich Individualisten, verschmolzen sie an diesem Konzert nach nur einer Probe zu einem musikalischen Ganzen, haben sich «vom Chram der Volksmusik befreit», wie es Alder nennt. Er ist sehr zufrieden mit dem Festival. Roth hätte sich noch etwas mehr Besucher gewünscht. «Inhaltlich aber war das Festival sehr überzeugend, wie es auch die Musikerinnen und Musiker selber waren», betont Roth stolz.
Alder wie Roth sind begeistert, wenn sie an die vier «Intermezzi» in Wildhaus denken: «Vier Künstler, vier unterschiedliche Konzerte und immer volles Haus, richtige Publikumsmagnete.»
Was in zwei Jahren ist, weiss man noch nicht genau. Alder aber möchte auch wieder ausländische Formationen für Konzerte engagieren. Und auch für Roth gibt es einiges zu überdenken: Dauer, Rhythmus und das Raumproblem.
1000. Mitglied begrüsst
Und zu guter Letzt hatte sich das Festival auch für den Förderverein Klangwelt Toggenburg «bezahlt gemacht». Gestern nämlich konnte Präsident Sepp Germann mit Annemarie Lieberherr aus Teufen das 1000. Mitglied willkommen heissen. Lieberherr, die Klavier und Akkordeon spielt und singt, ist in der musischen Arbeit mit behinderten Kindern tätig. Mitglied bei diesem Verein sei sie geworden, weil sie eine gute Sache unterstützen wolle, «und zudem will ich mich für die verbindende Musik rund um den Säntis einsetzen».
Sepp German überreichte Annemarie Lieberherr einen gebackenen Violinschlüssel und einen Gutschein. «Innert drei Jahren haben wir ein weiteres Ziel erreicht», freut er sich.
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