Macron macht wenig Zugeständnisse an Korsika

FRANKREICH ⋅ Bei seinem ersten offiziellen Besuch auf Korsika hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zentrale Forderungen der regierenden Nationalisten zurückgewiesen.
Aktualisiert: 
07.02.2018, 20:29
07. Februar 2018, 18:01

In einer Rede zur Zukunft der Mittelmeerinsel sprach sich Macron am Mittwoch in Bastia dagegen aus, die korsische Sprache dem Französischen gleichzustellen. "Es gibt bereits eine offizielle Sprache, das Französische." Er werde es nicht dulden, wenn Korsischsprachige Vorteile erhielten, etwa bei der Arbeitssuche.

Zu einer grösseren politischen Autonomie sagte der Präsident lediglich, er "respektiere" dieses Ansinnen. Zuvor hatte er bereits eine Freilassung bekannter Häftlinge abgelehnt. Macron betonte bei einer Gedenkfeier für den vor 20 Jahren ermordeten französischen Präfekten Claude Erignac in Ajaccio, die Republik werde das Urteil gegen die Täter "ohne Amnestie" anwenden.

Separatisten hatten auf der Insel jahrzehntelang mit Gewalt für ihre Forderungen gekämpft. 2014 legte die Untergrundorganisation FLNC die Waffen nieder, etwa zeitgleich gewannen gemässigte Nationalisten politisch an Bedeutung. Auf deren Forderung nach einer Amnestie für verurteilte Nationalisten ging Macron in seiner Rede nicht ein.
 

Erwähnung in der Verfassung

Macron machte in seiner rund einstündigen Rede lediglich ein Zugeständnis an die Nationalisten, das als symbolisch gewertet wird: Er sprach sich dafür aus, Korsika in der französischen Verfassung zu erwähnen. Damit werde die Identität der Insel anerkannt und sie werde "in der Republik verankert".

Wie genau Korsika in der französischen Verfassung erwähnt werden soll, liess Macron offen. Details sollten in den kommenden Monaten besprochen werden. Das Vorhaben soll dann in eine ohnehin geplante Verfassungsänderung einfliessen, mit der das Parlament sich im Frühjahr befassen soll. Der Präsident wies zugleich darauf hin, dass die von den Nationalisten geführte Regionalverwaltung durch eine Verwaltungsreform gerade erst erweiterte Kompetenzen bekommen hatte.

Macron traf nach seiner Rede mit dem Vorsitzenden der korsischen Regionalregierung, Gilles Simeoni, und anderen Nationalisten zusammen. Die Einladung Macrons zu einem "republikanischen Mittagessen" am Mittwoch boykottierte die korsische Führung aber. Ein Abgeordneter nannte als Grund den "heftigen Inhalt" der Äusserungen des Präsidenten. (sda/afp/dpa)


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