Hinter der Erfolgssendung "Mensche i de Ostschwiz" steckt ein Innerrhoder

TV-SERIE ⋅ Die TVO-Sendung "Mensche i de Ostschwiz" ist ein Quotenknüller. Viele Protagonisten stammen aus dem Appenzellerland. Das kommt nicht von ungefähr: Die Idee für das Erfolgsformat hat der Innerrhoder Christian Masina entwickelt.
08. Februar 2018, 15:55
ROGER FUCHS

Diesen Sonntag startet bei TVO die fünfte Staffel von "Mensche i de Ostschwiz"; diesmal unter dem Titel "Wintermenschen". Einer der porträtierten Protagonisten ist der Herisauer Roger Nater, derzeit als Trainer erfolgreich mit dem SC Rheintal unterwegs. Am Dienstagabend haben sie den zwei Ligen höher spielenden EHC Chur im Cup besiegt. "Was in einem solchen Moment in einer Spielerkabine abläuft, geht auf keine Kuhhaut", sagt Christian Masina, Produzent und Erfinder von "Mensche i de Ostschwiz". Er arbeitet inzwischen fast ausschliesslich für dieses Sendeformat, das seit letztem Sommer die unterschiedlichsten Menschen in den Fokus rückt und mehr Zuschauerinnen und Zuschauer denn je vor den TVO-Bildschirm lockt. Die vielen positiven Rückmeldungen haben die Fernsehmacher veranlasst, "Mensche i de Ostschwiz" nach dem Sommer fortzusetzen. Bereits wird an bis zu zwanzig Staffeln gedacht. Nach den Wintermenschen sollen die Marktmenschen und anschliessend die Saisonmenschen folgen.

(Roger Fuchs)

Dass viele Porträtierte aus dem Appenzellerland stammen, liegt nicht zuletzt an Christian Masina. Der gebürtige Innerrhoder und heute im Ausserrhodischen wohnhafte 33-Jährige hat viele Berührungspunkte zu dieser Region. Doch manchmal kommen die Kontakte auch zufällig zustande — beispielsweise jener zu Bauer und Taxifahrer Thomas Zellweger aus Teufen, der in der zweiten Staffel unter dem Titel "Nachtmenschen" im Zentrum stand. Auf einer Taxifahrt kamen Masina und er ins Gespräch.
 

Kontakte bleiben über Drehtage hinaus

Von vielen Emotionen geprägt war die Geschichte des Ungarn-Auswandererpaars Imelda und Walter Fitze aus Stein. "Der tränenreiche Abschied von der Familie ging auch mir sehr nahe", sagt Christian Masina. Bis heute stehen sie miteinander in Kontakt. Und so weiss Masina, dass Walter Fitze nach wie vor von Heimweh geplagt wird. Im kommenden Sommer will ihn der Fernsehmacher in seiner neuen Heimat besuchen. Je länger Masina erzählt, desto mehr sprudelt es aus ihm heraus. Sein Kopf ist voll von Geschichten und Erlebnissen — darunter sind auch jene mit dem Walzenhauser LKW-Fahrer Peter Stricker. 2500 Kilometer hatte Masina ihn nach Oslo begleitet, die Nächte in engsten Verhältnissen in der Führerkabine verbracht.

"Ich erzähle einfach gerne Geschichten von Menschen", begründet der Fernsehmann sein Engagement für das Sendeformat. Persönlich bewegt er sich denn auch lieber hinter als vor der Kamera. Je mehr Staffeln Masina produziert, desto mehr wächst ihm die Ostschweiz ans Herz. Oder wie er es ausdrückt: "Durch die Sendung und die damit verbundene Arbeit bin ich noch stärker zu einem stolzen Ostschweizer geworden." Wichtig ist ihm bei der Umsetzung, die Leute nicht bloss zu stellen. Um die Porträtieren die Kamera vergessen zu lassen, ist er mit kleinerem Equipment als bisher unterwegs. So gelingt es ihm, ganz nahe bei den Menschen und ihren emotionalen Momenten des Alltags zu sein. Solche erlebte er beispielsweise auch beim Unterwegssein mit einer Wandercoiffeuse im Alpstein, wo er einem Bauern auch eine halbe Alpsau abkaufte.

Nun aber richtet Christian Masina den Blick nach vorn. An seinem Schnittplatz wählt er die besten Szenen von Trainer Roger Nater aus. Momente, die erneut auch Christian Masina nahegehen. "Einst habe ich den Spieler Nater erleben dürfen, jetzt auf diese Weise als Trainer — grosses Kino".


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