Den "Drive" will er fördern

SPEICHER ⋅ Am 8. April wird eine Nachfolge für den zurücktretenden Gemeindepräsidenten Peter Langenauer gewählt. Drei Kandidaten stellen sich zur Wahl. Wir stellen alle vor. Heute: Roland Fischer (FDP).
02. Februar 2018, 05:17
Astrid Zysset

Astrid Zysset

astrid.zysset@appenzellerzeitung.ch

Als Ort für das Gespräch zu seiner Kandidatur hat sich der 54-jährige Roland Fischer "kul-tour" auf Vögelinsegg ausgesucht; in jenem Verein amtet er als Kassier. "Ist doch wunderschön hier", lächelt er und lässt den Blick schweifen. Die Freude an der Umgebung zeigt er gerne, diejenige am zukünftigen Amt ist nicht auf den ersten Blick erkennbar. Rational sind seine Überlegungen, durchdacht seine Wortwahl. Darauf angesprochen, betont Fischer allerdings, dass er so gar nicht rüberkommen möchte. Er würde sich über die Wahl sehr freuen. Der Entscheid, sich um das Amt des Gemeindepräsidenten zu bewerben, habe Fischer schon länger "im Hinterkopf" gehabt. Bei den Gesamterneuerungswahlen 2015 hätte der amtierende Präsident, Peter Langenauer, schon angekündigt, dass er die Amtsperiode wohl nicht beenden werde. Und seitdem hat sich Fischer mit dieser Option auseinandergesetzt. Sein Entscheid, nun zu kandidieren, sei wohl überlegt gewesen. "Jetzt oder nie", sagt er. "Ich will etwas bewegen, anpacken. Speicher muss sich weiterentwickeln."

Wie genau, das lässt Fischer weitgehend offen. Nur soviel: Im Bereich der inneren Verdichtung gebe es Optimierungspotenzial. "Ich will Wachstum ermöglichen, aber in einer moderaten Grössenordnung. Speicher soll nicht zu einer Vorstadt werden, sondern den dörflichen Charakter beibehalten." Was er als Erstes ändern würde, sei die Kommunikationspolitik. Zuwenig würde informiert, die Transparenz fehle. "Beispiel Unterdorf: Die letzten Informationen zur Überbauung wurden vor einem Jahr veröffentlicht. Das ist viel zu lange her!" Fischer schüttelt den Kopf. "Solche Themen brennen den Bürgerinnen und Bürgern doch unter den Nägeln!" Darum erachtet er es auch als wichtig, dass eine Bürgersprechstunde eingeführt würde. Abgesehen davon, sei er jedoch mit Speicher sehr zufrieden. Er spricht von "grossen Fussstapfen", die Langenauer hinterlässt. Die Gemeinde verfüge über eine gute Infrastruktur, ein intaktes Vereinsleben und ausreichend sportliche wie auch kulturelle Angebote. Zudem hätten in den letzten Jahren viele neue Gemeinderäte ihr Amt aufgenommen, die einen "extremen Drive" mitbrachten. Spielplätze werden erneuert, ein Skulpturenweg wie auch die Generationenkommission wurden ins Leben gerufen. "Solch ambitionierte Ideen gilt es zu fördern", so Fischer.

Politische Vernetzung für die Zukunft Speichers

22 Jahre wohnt Roland Fischer mit seiner Familie bereits in Speicher. 2013 gründete er ein Beratungsunternehmen für Personaldienstleistungen, Marketing und Kommunikation. Im Falle einer Wahl will er die operative Leitung abgeben. Ideen zur Nachfolge sind vorhanden, innerhalb wie ausserhalb der Familie. Entschieden ist aber noch nichts. Die Familie steht hinter Fischer. Er betont, dass ihm dieser Rückhalt wichtig sei. Doch der 54-Jährige macht nicht den Eindruck, dass er ohne diesen, von seinen Zielen abweichen würde. "In einem politischen Amt stösst man nicht immer nur auf Ja-Sager", sagt er. Kritik auf sachlicher Ebene könne er gut wegstecken. Auf persönlicher Ebene sehe es da schon anders aus. Auf dem "Latrinenweg" habe er von einigen negativen Stimmen aus dem Dorf bezüglich seiner Kandidatur vernommen. "Wenn die wenigstens direkt kämen, könnte ich reagieren", seufzt er. Und angesprochen auf die fehlende Unterstützung durch den Gewerbeverein spricht Fischer von einer "schmerzlichen Niederlage". Nichtsdestotrotz liebt er das politische Rampenlicht. Aktuell sitzt er an der Spitze der FDP-Ortspartei und im Kantonsrat. Und dort sieht er auch seine grosse Stärke: "Es ist wichtig, dass ein Vertreter des Gemeinderates auch im Kantonsrat sitzt. Für die Zukunft der Gemeinde ist es unabdingbar, politisch gut vernetzt zu sein. So können einem Informationen frühzeitig ereilen und Allianzen wie auch Gespräche gesucht werden."


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