Potenzielle Säckelmeister

INNERRHODEN ⋅ Thomas Rechsteiner tritt an der Landsgemeinde als Säckelmeister ab. Durchaus gibt es eine Handvoll fähiger Nachfolger. Insbesondere zwei Namen hört man gehäuft.
08. Februar 2018, 05:19
Roger Fuchs

Roger Fuchs

roger.fuchs@appenzellerzeitung.ch

 

Sieben Jahre in der Innerrhoder Regierung und insgesamt zwanzig Jahre in politischen Ämtern sind für Thomas Rechsteiner genug. An der Landsgemeinde macht er Platz für eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger. Zwei Namen machen derzeit als besonders «heisse Kandidaten» die Runde: Reto Inauen, Grossrat und Hauptmann von Appenzell, sowie Grossrat Jakob Signer. Die beiden zeichnet nicht nur Führungserfahrung und mehrjähriges Politengagement aus, beide bringen für das Amt des Säckelmeisters auch passende Berufserfahrungen mit. Inauen führt als Vorsitzender der Bankleitung die Raiffeisenbank Frauenfeld. Die Banklehre machte er einst bei der Appenzeller Kantonalbank. Mit 52 Jahren hätte er noch eine sinnvolle Perspektive für die neue Aufgabe. Signer ist fünf Jahre jünger und als diplomierter Wirtschaftsprüfer, Steuerexperte und Betriebsö­konom selbstständig unterwegs. 2001 bis 2006 war er Leiter der Innerrhoder Steuerverwaltung und zuvor drei Jahre kantonaler Wirtschaftsförderer. Nicht zu vergessen sein Engagement als Finanzchef im Verwaltungsrat der Kastenbahn.

Auch Wiederholungstäter gehören zum Kreis

Trotz dieser zwei Favoriten können gleichwohl weitere Namen ins Spiel gebracht werden – beispielsweise Daniel Brülisauer. Der Finanzcontroller beim Kanton gilt ebenso als Führungsperson. Vor zwei Jahren wurde er zum neuen Schulpräsidenten von Appenzell gewählt. Ein Vertrauensbeweis, denn der Vorgänger wurde vom Stimmvolk abgewählt. Umgekehrt munkelt man heute, dass Brülisauer etwas kompliziert sei. Ein anderer aufstrebender Finanzfachmann ist Lukas Enzler. Der selbstständige Vermögensverwalter und Treuhänder hat vor einem Jahr das Präsidium des Vereins «Steig Wohnen und Arbeiten» vom bereits erwähnten Jakob Signer übernommen. Enzlers Nachteil: Politisch ist er ein unbeschriebenes Blatt.

Einer der sofort gewählt würde und geradezu lächelnd ins Amt als Säckelmeister marschieren könnte – wäre da nicht das Handicap des Halbamtes – ist Ueli Manser, Direktor der Appenzeller Kantonalbank. Der Mann gilt als gut vernetzt und seine durchdachten, manchmal fast präsidial anmutenden Voten finden im Innerrhoder Parlament stets Gehör. Nur ist eine Bankdirektion kaum einfach reduzierbar. Und so gilt es, nach weiteren Namen zu suchen. Wie schon zu früherem Zeitpunkt, ist erneut Bruno Huber, Bezirkshauptmann von Rüte, zu nennen. Die integrative Figur ist wesentlich mitverantwortlich dafür, dass die Sportstätten Schaies realisiert werden. Keine Frage: Huber kann man sich früher oder später auch als Landammann vorstellen. Ein anderer Kandidat, der ein Mitwirken in der Regierung als höchstes der Gefühle sieht und es schon zweimal probiert hat, ist Grossrat Ruedi Eberle. Er hat nach der zweiten Niederlage wie auch nach seinem Rücktritt als Bezirkshauptmann von Gonten nie dementiert, dass er kein Amt mehr annehmen würde. Jetzt wäre für den Unternehmer des Golfplatzes Gonten sicher die passendere Gelegenheit als vor zwei Jahren beim damals frei gewordenen Sitz des Landeshauptmanns. Eberles Dauerdefizit: Er ist kein «Ösrige».

Alles in allem dürfte der Ge­werbeverein bestrebt sein, die Nachfolge mit einer unternehmerisch denkenden Person zu be­setzen. Aus Arbeitnehmerkreisen ist derweil zu hören, dass diese insbesondere nach einer Frau ­suchen.

Gewiss scheint, dass es eine Konstante geben wird. Der wichtigste Mitarbeiter des Säckelmeisters, Departementssekretär Josef Manser signalisiert seine Offenheit für eine neue Führung. Er selbst strebt nicht nach dem Amt des Säckelmeisters, wie er auf Anfrage sagt.


Leserkommentare

Anzeige: