Sarganser Familie entkommt nur knapp einem schweren Sturm

KLIMASCHUTZREISE ⋅ Eine Sarganser Familie befindet sich seit 18 Jahren auf einer Klimaschutzreise. Im Norden Islands ist sie nun nur knapp einem schweren Sturm entkommen.
14. November 2017, 14:00
Hans Bärtsch

Hans Bärtsch

ostschweiz@tagblatt.ch

Sie haben die höchsten Gipfel aller Kontinente bestiegen, die sieben Weltmeere durchsegelt, durchaus die eine oder andere kritische Situation auf ihrer «Top to Top Global Climate Expedition» erlebt. Kein Ereignis ist Dario und Sabine Schwörer mit ihren sechs Kindern aber derart ans Lebendige gegangen wie der Sturm vor knapp einer Woche in Akureyri im Norden von Island. Dort wollten die Schwörers überwintern und hatten ihr Segelschiff «Pachamama» entsprechend festgemacht, als der Sturm kam. Riesenwellen und heftige Winde rissen aber selbst solideste Bootsklampen aus dem Rumpf. Hochleistungstaue wurden wie Fäden zerrissen.

Sabine und Dario Schwörer. Zoom

Sabine und Dario Schwörer.

«Wir konnten zunächst zum nächsten schwimmenden Steg navigieren, aber die ‹Pachamama› wurde vom Unwetter immer und immer wieder gegen die Betonkante eines Piers im Hafen geworfen», sagt Dario Schwörer. «Alle Hände waren an den Pumpen, um die ‹Pachamama› über Wasser zu halten, es waren dramatische Stunden! Erst als der Sturm schwächer wurde, konnte das Rettungsteam vom Land die Kinder vom Boot bergen. Die Feuerwehrleute kamen mit einer grösseren Pumpe und die Hafenangestellten organisierten grosse Lastwagenreifen, um weitere Schäden zu verhindern», schreibt Schwörer in einem Blogeintrag auf der Website Toptotop.org weiter.

Und: «Es war sehr schwer für unsere Kinder, zuzusehen, wie unser Zuhause ‹Pachamama› beinahe sank.» Die Arbeit der letzten 18 Jahre hänge nun «an einem seidenen Faden».
 

Es soll weitergehen

Mittlerweile ist klar: Die «Pachamama» ist schwer beschädigt. Die Reparatur, so Schwörer, wird mindestens 75000 Franken kosten. Um diese Mittel aufzubringen, haben die Schwörers einen Spendenaufruf im Internet lanciert. Bis dato sind 3705 Franken von 23 Spendern eingegangen. Ihr Hab und Gut konnte die achtköpfige Familie in einem Container in Akureyri unterbringen. Wohnen können sie vorüber- gehend bei Bekannten in der 18000-Einwohner-Stadt. Die Top-to-Top-Expedition, das steht für die Schwörers fest, soll weitergehen. Auf dieser führen sie seit Jahren Feldstudien für Universitäten, Wissenschafter und Forschungsorganisationen durch und besuchen die abgelegensten Regionen der Welt.

Handeln zu Gunsten des Planeten

Auf 100000 Seemeilen und bei Besuchen in über 100 Ländern wurden mehr als 120000 Schülerinnen und Schüler zum eigenen Handeln zu Gunsten des Planeten Erde inspiriert. Und vielen Menschen wurden Beispiele innovativer Lösungen zum Schutz und zur Erhaltung unseres Planeten gezeigt.

Das Ehepaar Schwörer selbstr ist allein mit Muskel-, Wind- und Sonnenkraft unterwegs. Ihre sechs Kinder im Alter von zwölf Jahren bis zu drei Monaten sind auf der Expedition zur Welt gekommen.


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