Bange Stunden wegen "Burglind"

OSTSCHWEIZ ⋅ Sturm "Burglind" hat in der ganzen Ostschweiz Schäden angerichtet. Bisher gibt es keine Meldungen über Verletzte. Am Pizol waren drei Personen in der Gondelbahn eingeschlossen.
Aktualisiert: 
03.01.2018, 19:00
03. Januar 2018, 17:06
Joel Mähne
Innerhalb von vier Stunden sind am Mittwoch rund 350 Schadensmeldungen bei den Notrufzentralen in St.Gallen, Thurgau, Appenzell und dem Fürstentum Liechtenstein eingegangen. Ab 11 Uhr hatte der Sturm seine volle Wirkung über der Ostschweiz entfaltet und sorgte für Hochbetrieb bei den Rettungsdiensten der Region. Im Kanton St. Gallen waren vor allem die Gebiete um Rapperswil-Jona, Wil und das Rheintal betroffen. Die meisten Schäden wurden durch umstürzende Bäume und herunterfallende Äste, die Strassen blockierten oder Autos trafen, verursacht. Zudem deckte der Wind einige Hausdächer ab. Bisher gab es keine Meldungen über verletzte Personen.
 

Bäume stürzen auf Pizolbahn

Besonders getroffen wurde die Seilbahn auf den Pizol. Nachdem es gemäss Klaus Nussbaumer, CEO der Pizolbahnen AG, am Morgen keine Probleme mit den hohen Windgeschwindigkeiten gegeben hatte, entschied man sich am Mittag, den Seilbahnbetrieb einzustellen. Kurz bevor die letzten Personen die Seilbahn verlassen hätten, habe es eine extreme Böe gegeben, wie Nussbaumer gegenüber der Nachrichtenagentur SDA ausführte. Die Böe hätte zum Umstürzen von mehreren Bäumen auf die Tragseile der Bahn geführt und diese zum Stopp gezwungen. Die drei Passagiere, die noch in den Gondeln festsassen, wurden am späten Mittwochnachmittag unverletzt von den Rettungsdiensten befreit.

Die Rega, ein Polizeihelikopter, diverse Forstgruppen, Angehörige der Alpinen Rettung Schweiz, Angestellte der betroffenen Bergbahn sowie Mitarbeiter der Kantonspolizei St. Gallen standen im unwegsamen Gelände im Einsatz. 
 

Seedamm gesperrt

Auch auf andere Verkehrsachsen hatte der Sturm Einfluss: Die Fähre zwischen Romanshorn und Friedrichshafen hatte ihren Betrieb während des ganzen Tages eingestellt und auch der Seedamm in Rapperswil-Jona musste kurzzeitig gesperrt werden. Zudem kam es wegen Schäden an Freileitungen zu diversen längeren Stromausfällen, laut Betreiber waren aber bis am Abend alle Unterbrüche behoben.

Lesen Sie nochmals alle Ereignisse des heutigen Tages in unserem Newsticker nach:


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