Auch Chur kann den SCR nicht bremsen

EISHOCKEY ⋅ Der SC Rheintal bezwingt in der letzten Cup-Vorrunde den zwei Ligen höher spielenden EHC Chur mit 3:2 und qualifiziert sich für die Cup-Hauptrunde. Der SCR-Sieg ist eine Sensation, aber nicht unverdient. Nun könnte ein ganz grosser Gegner kommen.
07. Februar 2018, 05:18
Larissa Binder, Remo Zollinger

Larissa Binder, Remo Zollinger

«Ma siaht scho, dass di Oana a kle besser siand», sagte ein Zuschauer nach fünf Minuten zu seinem Kumpanen. Chur überrollte den SCR in der Startphase – danach dürfte sich der Zuschauer gemeinsam mit 1217 Anderen aber die Augen gerieben haben. Die Rheintaler steigerten sich, das Spiel war absolut ausgeglichen. Und nahm ein Ende, das sich wohl nur die Wenigsten erträumt hatten.

Das Spiel hielt von Beginn weg, was es versprochen hatte. Beide Teams brachten Energie, Tempo und Motivation aufs Eis. Den besseren Start erwischte Chur, das bereits in der ersten Minute zu einer Chance kam, Torhüter Metzler wehrte aber ab. Die Bündner machten weiter Druck und vergaben zwei weitere Möglichkeiten, bis der SC Rheintal dann ins Spiel fand.

Elf Sekunden vor der ersten Pause fällt das 1:0

Yves Breitenmoser (5.) fand die erste Chance vor, vergab aber ebenso wie Manuel Holenstein kurz danach. Die Luchse drehten auf. In zwei Powerplays agierten sie sehr druckvoll, trafen aber nicht. So dachten viele, das erste Drittel würde ohne Tor zu Ende gehen – falsch gedacht, denn Renato Engler traf elf Sekunden vor der ersten Sirene zum 1:0.

Danach gaben die Rheintaler noch mehr Gas und suchten immer wieder aktiv die Offensive. In der 25. Minute baute der SCR seine Führung aus: Sin Schläpfer traf mit einem wunderbar platzierten Schuss von Links zum 2:0. Der SC Rheintal nahm das Spiel in die Hand, erarbeitete sich durch sehenswerte Angriffe viele Chancen. Ein weiteres Überzahlspiel nach 31 Minuten ging aber torlos aus, weshalb es bis zur zweiten Pause beim 2:0 blieb.

Shorthander zum 3:0 – der SCR zittert aber doch noch

Und der EHC Chur? Vom Favoriten aus dem Bündnerland war nach der starken Startphase nur wenig zu sehen. Auch, weil der SC Rheintal äusserst diszipliniert auftrat und zwei Drittel lang keine einzige Strafe nahm.

Im letzten Drittel hiess es für die Gäste «alles oder nichts». Sie spielten sich immer wieder in die Offensive, fanden jedoch den Abschluss nicht oder scheiterten an Metzler. So gelang auch das dritte Tor dem SCR: Manuel Holenstein baute mit einem herrlichen Solo in Unterzahl (!) auf 3:0 aus. Chur nahm nun das Timeout und erzeugte noch mehr Druck, was kurz danach belohnt wurde. Bigliel traf 38 Sekunden nach dem 3:0 zum 3:1, Bucher legte in der 58. Minute mit dem 3:2 nach.

Dabei blieb es aber: Der SCR brachte den Vorsprung über die Zeit und darf nun von einem Kräftemessen mit Bern, Davos, Lugano oder dem ZSC träumen.

Schweizer Cup, 6. Vorrunde

SC Rheintal – EHC Chur 3:2 (1:0, 1:0, 1:2)

Aegeten – 1218 Zuschauer – Sr.: Baumann; Remund/Halberstadt.

Tore: 20. (19:49) Engler 1:0, 25. Schläpfer (Engler) 2:0, 53. (52:10) M. Holenstein (Paul, D. Holenstein) 3:0, 53. (52:48) Bigliel (Horber) 3:1, 58. Bucher 3:2.

Strafen: Rheintal: 3x2 Minuten, Chur: 6x2 Minuten.

Rheintal: Metzler; Diener, Knöpfel, Ströhle, M. Holenstein, D. Holenstein; Paul, D. Bartholet, Breitenmoser, Schläpfer, Engler; Berweger, Sabanovic, Binder, S. Bartholet, Stoop; Sutter, Manser, Schawalder, Moser, Bärtsch.

Chur: Sarkis; John, Urech, Pozzorini, Gemperli, Sieber; Fischer, Schwab, Ehinger, Bigliel, Lampert; Engler, Arpagaus, Infanger, Horber, Scherrer; Tosio, Morandi, Bucher, Roussette, Pfennich.


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