"Drei Sprünge sind besser"

SPORTLERIN DES JAHRES ⋅ Die 18-jährige Alina Tobler wurde nach der erfolgreichsten Saison ihrer bisherigen Karriere ausgezeichnet. Sie setzt auf die Sprünge, vor allem den Dreisprung.
02. Februar 2018, 05:17
Yves Solenthaler

Yves Solenthaler

Als Walzenhauserin, die für den LC Brühl startet, ist Alina Tobler eine Exotin an der Rheintaler Sportlerwahl. "Dass ich dennoch gewinne, hätte ich nicht erwartet", sagt sie.

Allerdings ist Alina Tobler nicht die erste Vorderländerin auf dem ersten Platz, vor ihr wurden bereits dreimal Sonja Nef (Ski ­alpin) sowie Orientierungsläuferin Maiann Suhner gewählt. Als Leichtathletin hat Alina Tobler gar acht Vorgängerinnen als Rheintaler Sportlerin des Jahres – die Auszeichnung gibt es seit 1994.

Über alle Kategorien gesehen, holte die KV-Schülerin der United School of Sports in St. Gallen die 17. Auszeichnung für die Leichtathletik, die damit in der ewigen Rangliste den alleinigen ersten Rang vor der Sparte Turnen übernahm.

Weniger Verletzungen dank Yoga und Schwimmen

Alina Tobler wurde nach der, wie sie selbst sagt, bisher erfolgreichsten Saison ihrer Karriere Rheintaler Sportlerin des Jahres. Sie wurde im Freien Schweizer U20-Meisterin im Drei- und gewann die Silbermedaille im Weitsprung. Auch in der Halle feierte die Vorderländerin einen Schweizer Meistertitel.

Alina Tobler gilt schon lange als grosses Talent und erzielte auch schon einige Erfolge, sie hat aber auch schon leidige Erfahrungen mit Verletzungen gemacht. Zerrungen und namentlich eine hartnäckige Entzündung als 16-Jährige stoppten sie immer wieder. Sie hat daraus ­gelernt und das Training umgestellt: Mindestens einmal pro Woche geht sie seither ins Schwimmen und zum Yoga.

"Das Yoga gibt mir die nötige Entspannung. Inzwischen spüre ich es, wenn ich mal eine Yoga-Session auslassen musste", sagt Tobler. Zweimal wöchentlich geniesst sie diesen Ausgleich, vor wichtigen Wettkämpfen allerdings nur einmal: "Zu entspannt zu sein, ist im Wettkampf auch nicht gut."

Der Wettkampf – das sind vor allem die Sprungdisziplinen. Seit 2016 ist zum Weit- der Dreisprung dazugekommen. Alina Tobler war in der neuen Disziplin auf Anhieb erfolgreich: "Dreisprung ist herausfordernder als Weitsprung, weil es drei Sprünge in einem Ablauf enthält. Das gefällt mir."

Vom 6-m-Sprung mit 14 Jahren unter Druck gesetzt

Mit Dreisprung hat Alina Tobler auch deshalb begonnen, weil sie im Weitsprung stagnierte. Sie hatte 2013 den immer noch gültigen Schweizer U16-Rekord aufgestellt (6,00 m). Diese Weite hat Tobler unter Druck gesetzt: "Ich konnte es einfach nicht ablegen, in jedem Wettkampf hatte ich diese sechs Meter im Kopf."

Sie wird aber weiter beide Disziplinen verfolgen – und auch drei bis vier Sprintwettkämpfe in der Saison bestreiten: "Der Sprint ist als Wettkampf aber sekundär, ich bestreite den einen oder anderen, wenn es vom Zeitplan her passt."

Sprint ist für Springerinnen ein Trainingsinhalt, weil das Anlauftempo wichtig ist. Ihre Ziele für 2018 sind aber auf Weit- und Dreisprung ausgerichtet. An den Schweizer Nachwuchsmeisterschaften in der Halle wird sie am 10./11. Februar in St. Gallen um zwei Titel springen, eine Woche später in Magglingen misst sie sich im Dreisprung mit der Elite.

Der Schweizer Rekord ist ein Saisonziel

Alina Tobler kann ein weiteres Jahr in der U20 starten. Ein Ziel ist auch der Schweizer Dreisprungrekord dieser Altersklasse in der Halle. Dieser liegt bei 12,37 Metern, Tobler erreichte letztes Jahr 12,35 m. Und natürlich macht sie auch im Freien wieder Jagd auf Schweizer Meistertitel.

Und damit vielleicht auch auf die zweite Auszeichnung als Sportlerin des Jahres in Serie. Das hat bisher noch keine Leichtathletin geschafft. Die einzige Sportlerin, der das gelang, ist Mountainbikerin Jolanda Neff, die von 2013 bis 2015 gar dreimal nacheinander gewann.


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