Privater Hospiz-Dienst ist gefragt

RHEINTAL ⋅ Der Hospiz-Dienst Rheintal begleitet schwerkranke und sterbende Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt. Das Angebot wird rege genutzt. Der unentgeltliche Einsatz beläuft sich auf 1691 Stunden.
02. Februar 2018, 05:17

Seit dem 14. Dezember 2017 ist der Hospiz-Dienst Rheintal in einem Verein eigenständig organisiert und kann sich damit auf die zunehmenden Einsätze zwischen den Gemeinden Thal und Rüthi konzentrieren. Vorher war die Rheintaler Regionalstelle während einer Projektphase dem Hospiz-Dienst St. Gallen angegliedert. Inzwischen ist das Angebot einer breiten Öffentlichkeit bekannt und wird dementsprechend genutzt.

«In den letzten Jahren konzentrierten wir uns vor allem auf die Öffentlichkeitsarbeit, um das neue Angebot zu etablieren, freiwillige Begleiterinnen und Begleiter zu gewinnen und ­Spendengelder zu generieren», erklärt Jutta Cobbioni, Präsidentin des Vereins Hospiz-Dienst Rheintal. Denn obwohl alle Helferinnen und Helfer freiwillig und unentgeltlich ihre Dienste einbringen, geht es ohne Spenden nicht. Zumal der Dienst für die schwerkranken und sterbenden Menschen sowie deren Angehörigen kostenlos ist. «Mit den Spendengeldern finanzieren wir die Ausbildung der freiwilligen Helferinnen und Helfer, die professionell geführte Geschäftsstelle und decken die Fahrspesen der Begleitpersonen», sagt Jutta Cobbioni.

Die Privateinsätze nehmen zu

Dank Vorträgen und der Präsenz an verschiedenen Veranstaltungen, wie beispielsweise an der Rhema, konnten zahlreiche neue Kontakte hergestellt werden. «Wir spüren eine starke Zunahme bei den Einsätzen im privaten Bereich», sagt Regula Bont, Stellenleiterin des Vereins Hospiz-Dienst Rheintal. Dabei nutzen nicht nur alte Mitmenschen das Hospiz-Angebot, sondern vermehrt auch jüngere, meistens wegen schweren Krankheiten. Jedes Einzelschicksal berührt die freiwilligen Begleitenden. «Damit umzugehen und in der richtigen Form für die jeweilige Person da zu sein, lernen unsere freiwilligen Helferinnen und Helfer an Kursen und internen Weiterbildungen», erklärt Bont. Im Jahr 2017 betreute der Hospiz-Dienst Rheintal 64 Menschen und leistete bei insgesamt 463 Einsätzen 1691 Einsatzstunden.

Weitere Helferinnen und Helfer gesucht

Wie die ersten Wochen des Jahres 2018 zeigen, wird die Nachfrage nach dem Hospiz-Dienst im Rheintal weiter zunehmen. Um auch künftig den Bedürfnissen der Schwerkranken und Sterbenden gerecht zu werden, sucht der Hospiz-Dienst immer wieder neue Personen, die bereit sind, einen Teil ihrer Freizeit Mitmenschen zu schenken, die auf der Schattenseite des Lebens stehen. Interessierte können sich bei der Stellenleiterin Regula Bont informieren: «Es freut mich, dass wir bis anhin immer genügend Menschen fanden, die sich uneigennützig einsetzten. Ich bin zuversichtlich, dass das so bleiben wird.» Wer den Hospiz-Dienst Rheintal finanziell unterstützen möchte, kann dies ebenfalls gern tun. (pd)

Hinweis Weitere Informationen unter www.hospiz-rheintal.ch.


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