Rhesi ist ernsthaft in Gefahr

VORARLBERG ⋅ Bei einer Versammlung am Dienstag hat die Mehrheit der Nutzungsberechtigten von Koblacher Gemeindeland gegen die Ausweitung des Rheins gestimmt. Der Entscheid liegt nun beim Gemeinderat.
09. Februar 2018, 05:19
Kurt Latzer

Kurt Latzer

«Die Aufweitung in Koblach ist ein wichtiger Punkt für die ökologische Verbesserung. Fiele der weg, wäre das für die Bewilligung des Projektes kritisch», sagt Markus Mähr, Rhesi-Projektleiter der Internationalen Rheinregulierung (IRR). Feststeht: Einigt man sich nicht mit Koblach, wird die Planung des internationalen Projektes auf unbestimmte Zeit zurückgeworfen.

Projektarbeiten mit ungewisser Verzögerung

Denn eigentlich wollten die Verantwortlichen das generelle Projekt Ende Jahr abschliessen und im Sommer 2019 mit der Detailplanung beginnen. Der Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner bezeichnete das ­Ergebnis der Versammlung gegenüber Vorarlberger Medien als Rückschlag für Rhesi. «Im Falle einer Ablehnung steht das Gesamtprojekt auf dem Spiel», wird Wallner zitiert.

«Zunächst werden wir innerhalb der Rheinregulierung und der Rheinkommission diskutieren, wie es weitergehen soll», sagt Markus Mähr. Wichtig seien danach Gespräche zwischen dem Land Vorarlberg und der Gemeindevertretung Koblach. Um wen handelt es sich bei den Nutzungsberechtigten des Koblacher Gemeindegebietes im Bereich der Frutzmündung? Mähr: «Die Nutzungsberechtigten sind vergleichbar mit einer Agrargemeinschaft.

Ihre Stimmen haben nur empfehlenden Charakter.» Das letzte Wort hat der Koblacher Gemeinderat, der seine Haltung im Zusammenhang mit der Ausweitung des Rheins noch nicht preisgegeben hat. Bis zur Versammlung am Dienstag hat alles gut ausgesehen.

Ablehnung trotz Realersatz für Boden

Denn der Boden, den die Gemeinde, respektive die Nutzungsberechtigten, verloren hätte, würde 1:1 ersetzt. «Das Verhalten der Nutzungsberechtigten ist schwer zu verstehen, weil sie vom Abtausch des Bodens profitieren würden», sagt der Rhesi-Projektleiter. Im Gegensatz zur Vorarlberger Seite gibt es im St. Galler Rheintal keine Probleme mit dem Boden, zumindest nicht, was die Besitzverhältnisse anbelangt. Denn das Land, das man für geplante Aufweitungen beansprucht, gehört dem Rheinunternehmen. «Zudem ist auf der Schweizer Seite für Ausweitungen die Autobahn im Weg. Auf Höhe Diepoldsau haben Untersuchungen gezeigt, dass man den Damm nicht verschieben kann», sagt Markus Mähr. Das Rhein­vorland auf Vorarlberger Seite ­gehöre dem Bund, sei öffentliches Wassergut, über das nicht mehr geredet werde.


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