"Stängeli" nach spätem Erwachen

EISHOCKEY ⋅ Nach einem durchzogenen, flauen Spiel noch 10:4 (4:2; 1:0; 5:2) zu gewinnen - das schafft in dieser Saison wohl nur der SC Rheintal. Der Leader blieb auch nach der Partie gegen das zweitplatzierte St. Moritz.
05. Februar 2018, 05:17
Larissa Binder

Larissa Binder

Das Spiel begann eigentlich ganz spektakulär: Bereits nach fünf Sekunden hatte der SCR als Gastgeber die erste Chance, kurz darauf gelangten dann auch die Engadiner Gäste in die Offensive. Nach diesen ersten Sekunden hätte man ein spannendes Duell erwartet, in dem sich die beiden Teams der Tabellenspitze in der 2. Liga, Gruppe 2, nichts schenken. Was aber zu sehen war, waren Fehlpässe, viele nicht wahrgenommene Chancen und hin und wieder ein heftiges Gerangel. Kurzum also gar nicht das, was man in einer bisher perfekten Saison ohne Niederlage von den Rheintaler Hausherren erwartet hätte.

Tore im Powerplay und ein Penalty

Der SC Rheintal schien im Energiesparmodus zu laufen, um Kräfte für das kommende Cup-Spiel gegen den EHC Chur zu sparen. In der 6. Minute erfolgte dann während eines Überzahlspiels endlich der Führungstreffer für den SCR durch Captain Sascha Moser. In der 11. Minute, erneut im Powerplay, folgte das 2:0 durch Adrian Ströhle. Gleichzeitig wurden noch einige Strafen nach einem Gerangel verteilt. Die Rheintaler verfielen in einen nachlässigen Modus und wurden mit dem Anschlusstreffer dafür bestraft. Das Vergehen eines Bündners bescherte einen Penalty für Manuel Holenstein, den er treffsicher ins linke Eck platzierte. Kaum eine Minute darauf traf Tino Sutter nach einem äusserst geglückten Wechsel zum 4:1. Es folgten wieder zwei Unterzahlspiele für den SCR, das zweite führte zum 4:2 durch Tichy.

Das Mitteldrittel hätte weniger spektakulär kaum sein können. Nach vielen vergebenen Chancen setzte Haris Sabanovic die Scheibe ins Netz. Abgesehen von mehreren Strafen und vie­- len nicht wahrgenommenen Treffmöglichkeiten war hier aber nicht viel zu sehen. Als dann zu Beginn des Schlussdrittels (43.) die Bündner mit einer Bully-Goal-Szene für Aufruhr sorgten und die Nachlässigkeit der Rheintaler im Überzahlspiel mit dem 5:4 bestraft wurde, begann sich mancher SCR-Fan um den Sieg zu sorgen.

Rheintaler schiessen vier Tore in drei Minuten

Doch dann kam die Wende: Renato Engler machte kurzen Prozess und erlöste seine Teamkollegen aus ihrer scheinbaren Starre. Zwar kam es immer wieder zu brenzligen Szenen vor Tor­hüter Ramon Metzlers Gehäuse, er konnte weitere Treffer der Gäste jedoch mit vollem Einsatz verhindern.

Der St. Moritzer Coach Trivella nahm in der 56. Minute sein Timeout, da er hoffte, den Spielstand noch drehen zu können. Seine Hoffnung blieb unerfüllt, die Luchse erwachten – wenn auch spät – und es begann ein regelrechter Torregen mit vier Toren des Leaders in den letzten drei Minuten durch Adrian Ströhle, Yves Breitenmoser, Dario Bärtsch und Tino Sutter. Somit vermochten die Rheintaler nach einer mässigen Partie den Spielstand doch noch kosmetisch zu verschönern. Eines steht aber fest: Am Dienstag muss da einiges mehr kommen, um dem EHC Chur die Stirn bieten zu können.


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