«Liebe» und «Zukunft»

WERDENBERG ⋅ An der Fassade von Schloss Werdenberg hängen noch bis Ende April zwei lange Filzbanner, die 26 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gefertigt haben.
20. April 2017, 05:18

Noch bis Ende Monat hängen an der Fassade von Schloss Werdenberg zwei lange Filzbanner, die 26 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge letztes Jahr im Rahmen eines Projektes des gemeinnützigen Vereins «Pure Felt – the Art of Empowerment» gestaltet und gefertigt haben. Die Installation im Schlosshof zeigt zwei ­riesige über vier Meter lange selbst hergestellte aus Filz gewirkte Wappenfahnen zu den Themen «Liebe» und «Zukunft». Sie erzählen die Geschichten von 26 Jugendlichen aus Eritrea, Somalia, Syrien, Afghanistan und weiteren Ländern. Sie stünden aber auch für ihre Wünsche und Träume für die Zukunft, heisst es in einer Medienmitteilung.

Im Zentrum stehen Teamarbeit und Problemlösung

Die Filzbanner werden 2017 in verschiedenen Schlössern und Burgen in der Schweiz aufgestellt. Startpunkt war Anfang Jahr die Burg Zug. Zu Beginn der ­Saison von Schloss Werdenberg machen sie nun in der Ostschweiz Halt, wo mit dem Grenzbahnhof Buchs die Thematik der Flüchtlinge manchmal sichtbarer ist als anderswo. Fast 100 000 Kinder und Jugendliche, die ohne Angehörige reisen, suchen jährlich Asyl in Europa. Viele dieser unbegleiteten Minderjährigen wurden von ihren verzweifelten Eltern alleine auf die gefährliche Reise mit Menschenhändlern und Schleusern geschickt, in der Hoffnung, in Europa sicher leben zu können. In ihren Heimatländern mussten viele Armut, Verletzungen und mangelnde Bildung erfahren, während ihrer Flucht ­hatten sie Schwierigkeiten und Gefahren zu überstehen.

Unbegleitete Kinder und Jugendliche zählen zu der am meisten gefährdeten Gruppe innerhalb der Asylsuchenden. Die 26 Jugendlichen zwischen 13 und 18 Jahren, die in der Schweiz Asyl beantragt haben und die Kolbenacker-Schule in Zürich besuchten, haben 2016 zusammen mit dem schweizerischen gemeinnützigen Verein «Pure Felt – the Art of Empowerment» ein Filzkunstwerk gestaltet und geschaffen. Die zwei viereinhalb Meter langen rot-weissen Filzbanner erzählen die Geschichten dieser 26 tapferen Flüchtlinge, die vor Krieg und Gefahren in die ihnen unbekannte Schweiz geflohen sind. Im Zentrum des Projektes standen nicht nur das Handwerk des Filzens, sondern verschiedene Aspekte wie Teamarbeit, Design, Technik, Problemlösung, Geduld und Ausdauer. Durch das gemeinsame Erschaffen der beiden Filzbanner «Liebe» und «Zukunft» wurde dieses Ziel erreicht. Die Absicht war es, den indivi­duellen Geschichten, Träumen und Visionen der Jugendlichen eine Stimme sowie ihnen ein Gesicht und einen Namen zu geben, heisst es in der Medienmitteilung weiter. (pd)


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