Digital und Alter – dieses Thema interessiert

GRABS ⋅ Der «Infonachmittag 60+» fand zum zwölften Mal statt. Diesmal wurde zu Ausführungen über das Thema «Nutzung digitaler Medien im Alter» eingeladen.
12. Oktober 2017, 06:50

Die fast unglaubliche Zahl von 270 Einwohnerinnen und Einwohnern folgte der persönlichen Einladung des Gemeinderates und der Kommission für Altersfragen. Ab 13.30 Uhr fanden sich die interessierten Gäste in der von der Apéro-Gruppe der Werdenberger Bäuerinnen herbstlich dekorierten Mehrzweckhalle Unterdorf ein.

Gemeinderätin Katharina Gächter begrüsste die Teilnehmenden herzlich. Sie bedankte sich für die vielen geleisteten Ar­beitsjahre im Berufsleben, gratulierte zu den unzähligen Kindern und Enkelkindern, welche diesen Reihen entsprungen seien und führte durch den Nachmittag. ­Vize-Gemeindepräsident André Fernandez überbrachte die Grussworte des Gemeinderates und fasste kurz zusammen, wo im Alltag bereits jetzt digitale Medien wie selbstverständlich eingesetzt und genutzt werden. Auch André Fernandez unterliess es nicht, sich bei den Anwesenden für ihre geleisteten Dienste im Berufs­leben, in der Familie oder in der Freiwilligenarbeit zu bedanken.

Studie über das Internet-­Verhalten von Senioren

Referent Alexander Seifert vom Zentrum für Gerontologie der Universität Zürich freute sich darüber, in Grabs seine Studien zum Internet-Verhalten von Seniorinnen und Senioren vorzustellen. Vieles überraschte, einiges verblüffte und es wurde festgestellt, dass die Nichtnutzung der digi­ta­len Medien durch ältere Menschen vielfach darauf gründet, dass diesen der Einstieg zu kompliziert oder zu aufwendig scheint. Zum Thema «Internetnutzung in Altersheimen» meinte Alexander Seifert, dass schon bald eine ­Generation dort zu Hause sein werde, für die es selbstver­ständlich sei, das Internet zu ­nutzen.

Bereits heute, so der Referent, gäbe es zudem viele Technik­assistenzen (zum Beispiel Notfalluhr), welche das Verbleiben in den eigenen vier Wänden bis ins hohe Alter verlängerten.

Zur Podiumsdiskussion unter der Leitung von Gemeinderätin Katharina Gächter stellten sich Gertrud Burtscher (Pro Senec­tute), Veronika Schäffler (Elternbildung, Mintegra), Jan Saitovic (Praktikant Kompetenzzentrum Jugend KOJ), Severin Schmid (Schüler) sowie Alexander Seifert.

Nach anfänglicher Angst rasch Fortschritte

Gertrud Burtscher berichtete von ihren Erfahrungen bei der Pro ­Senectute. Viele Seniorinnen und Senioren, die eine Schulung zum Thema absolvierten, hätten nach dem Einstieg grosse Freude an den neuen Medien und könnten sich ihre anfängliche Angst davor nicht mehr erklären. Es sei eine Freude zu sehen, wie rasch die ersten Fortschritte und Erfolge erzielt würden. Sie erwähnte auch ein Projekt, welches die Pro Senectute 2016 zusammen mit dem KOJ durchgeführt habe. Zehn Jugendliche, darunter auch Jan Saitovic, hätten zehn Seniorinnen und Senioren eins zu eins die Nutzung von Smartphones nähergebracht. Ein lobenswertes Projekt, das generationenübergreifend zu sozialen Kontakten geführt habe. Ist ein Leben ohne digitale Medien überhaupt möglich? Möglich schon, meinten die beiden Jugendlichen. Allerdings erkennen sie auch die Gefahr einer Ausgrenzung, wenn ältere Menschen nicht via Handy oder Computer erreichbar seien.

Zum Abschluss stellte das Publikum Fragen und es hiess, dass echte soziale Kontakte letztlich doch wichtiger seien, als «online» zu sein. Der Nachmittag wurde mit einer feinen Kürbiscremesuppe und Speckbrot aus der Stütlihus-Küche sowie einem Mandelgipfel der Werdenberger Bäuerinnen abgerundet. (pd)


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