Eintauchen in orange Arbeitswelt

BUCHS ⋅ Der Werkhof der Stadt wurde zu einem attraktiven Arbeitsplatz um- und ausgebaut, der allen Ansprüchen, aber auch allen Vorschriften bezüglich Sicherheit für Mensch und Umwelt genügt. Das wird nun gefeiert.
14. November 2017, 07:32
Heini Schwendener

Heini Schwendener

heini.schwendener@wundo.ch

Sie gehören zum Stadtbild wie die Bahnhofstrasse oder das Rathaus: die Männer in ihren orangen «Gwändli», die mit orangen Fahrzeugen vorfahren, um Strassen zu reparieren, Abfallkübel zu leeren, Verkehrsumleitungen zu signalisieren oder Schnee zu pflügen. Stets scheinen sie auf Achse zu sein.

Die Basis dieser «orangen Truppe», den Werkhof der Stadt, kennt hingegen kaum jemand. Das soll sich nächsten Samstag, 18. November, von 10 bis 16 Uhr ändern. Die Bevölkerung ist zum Tag der offenen Tür eingeladen.

Ein Blick sozusagen hinter die Kulissen

Diese Einladung hat ihren guten Grund. Seit rund einem Jahr arbeiten die 15 Leute des Werkhofs unter der Leitung von Beat Cerny schon in ihrem neuen Werkhof, nun soll er sozusagen eingeweiht werden. Dabei können sich die Besucherinnen und Besucher ein Bild davon machen, was aus den insgesamt 2,8 Mil­lionen Franken geworden ist, die während Jahren in den Um- und Ausbau investiert worden sind. Was dabei entstanden ist, darf sich sehen lassen.

Der Tag der offenen Tür bietet die Möglichkeit, sozusagen einen Blick hinter die Kulissen der «Orangen» zu werfen. Dabei taucht man ein in die Welt der ­Signalfarben. Im Werkhof ein­gelagert sind unzählige Verkehrstafeln ebenso wie Bauabsperrungen, Flaggen und Fahnen für besondere Festtage und Anläse ebenso wie städtische Abfall­behälter, von denen es mehrere Sorten gibt; Ersatzlatten für Parkbänkli ebenso wie Tempo-20-Stelen; Motorenöle für die verschiedenen Fahrzeuge ebenso wie Ersatzteile für Moloks – diese Liste könnte endlos fortgesetzt werden.

Der Werkhof bietet aber auch 20 Grossfahrzeugen und etwa 40 Kleinmaschinen einen gedeckten Unterstand. Schneepflüge, Salzstreuer, Rasenmäher, Motor­sägen, Bohrmaschinen, Schleifmaschinen, Spritzpistolen – alles hat im Werkhof seinen Platz, zugeordnet den verschiedenen ­Abteilungen wie Strassenbau, ­Signalisation, Abfallbewirtschaftung, Malerei, Schreinerei, Sommerdienst, Winterdienst, Flaggen, Marktstände usw. Auf dem gedeckten Vorplatz beim Waschplatz werden die Wischmaschinen entleert und gereinigt, in einem speziellen Raum mit entsprechendem Auffangbecken lagern Öle, Schmiermittel, Benzin und Diesel.

Fast alles davon gab es auch schon im alten Werkhof, allerdings genügte der mit der Zeit den Vorschriften zum Schutz der Umwelt und zur Arbeitssicherheit nicht mehr.

«Der alte Werkhof war ein Provisorium und wurde mit der Zeit zum Providurium», sagt Beat Cerny. Der Aufenthaltsraum der Mitarbeiter war wie eine Holzkiste ohne Tageslicht in der riesigen, nicht isolierten Indu­striehalle. Doch diese Zeit des Providuriums ist nun vorbei. Die alte Halle erhielt eine neue Hülle, eine Isolation und einen neuen Bodenbelag. Das Innenleben wurde nach den Bedürfnissen gestaltet und ausgebaut. Und der Bürotrakt samt Garderoben und Aufenthaltsraum wurde neu erstellt. Mit dem Resultat ist Cerny sehr zufrieden. Auf die Frage, ob überhaupt noch etwas fehle, sagt er: «99 Prozent unserer Wünsche sind erfüllt, denn wir konnten uns in der Planung stark einbringen.» Dafür sind Cerny und sein Team, zu dem eine Frau im Büro sowie ein Lehrling gehören, sehr dankbar.

Die Arbeitsabläufe wurden optimiert

Der neue Werkhof ist nun einerseits ein moderner, attraktiver und Suva-konformer Arbeitsplatz für die Mitarbeitenden, andererseits lässt er eine viel bessere ­Materialbewirtschaftung zu, die Arbeitsabläufe sind einfacher und rationeller geworden, die Parksituation hat sich verbessert und wegen des Rundlaufs durch die Halle sind weniger gefähr­liche und zeitintensive Rangierarbeiten notwendig.

Am Tag der offenen Tür kann sich die Bevölkerung von all dem selber ein Bild machen. Fahr­zeuge und Gerätschaften werden ausgestellt und auf Stellwänden mit textlichen und bildlichen ­Erläuterungen vorgestellt. An einem Schneepflug und einem Salzstreuer können die Besucherinnen und Besucher selber etwas herumhantieren und auch ein Kleinbagger lädt zu Versuchen ein. Ausserdem gibt es eine Festwirtschaft.


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