Wohliger Auftakt bei Herbststurm

SENNWALD ⋅ Das gemeinsame Herbstkonzert der Musikgesellschaft Sennwald, des Männerchors Sennwald-Haag und des Gemischten Chors Salez-Haag verströmte in der katholischen Kirche Behaglichkeit.
14. November 2017, 07:37
Heidy Beyeler

Heidy Beyeler

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Das Auftaktspiel der Musikgesellschaft Sennwald zum Herbst­konzert am frühen Sonntagabend lenkte ab vom stürmischen Wetter draussen vor der Kirchentüre. Mit «Pop looks Bach» arrangiert für die Blasmusik von Ray Woodfield, wurde das Konzert ­eröffnet. Das Stück wird als ikonische Titelmusik der BBC-Fernsehsendung «Ski Sunday» bezeichnet.

Ein Kritiker kommentierte dazu: «Die sprudelnde Melodie ist der britischen Öffentlichkeit, und weit darüber hinaus, bekannt.» Der Titel des Stücks weist auf Ähnlichkeiten mit der Eröffnung von Bachs berühmter Fuge in d-Moll hin.

Danach kündigte der in der Region bekannte und unterhaltsame Konzertmoderator Martin Schmidt den Liebessong «Say something» an – ein entspannendes Stück und ebenfalls vorgetragen von der Musikgesellschaft. Martin Schmidt, Mitglied beim Männerchor Sennwald-Haag, findet immer treffenden Worte bei den ­Ansagen verschiedener Vorträge und hilft so dem Publikum auf die Beine, wenn ihnen das Vorgetragene unbekannt vorkommt.

Alte, volkstümliche Gesänge

Mit sogenannten Evergreens beglückte der Männerchor Sennwald-Haag in der Folge das Publikum mit drei Liedern von Reinhard Mey: «Über den Wolken», «Welch ein Geschenk ist ein Lied», «Gute Nacht, Freunde». Diese erinnerten da und dort an unbeschwerte Zeiten – und manchmal auch an Trost. Bevor der Gemischte Chor Salez-Haag mit ausgewählten volkstümlichen Liedern in Aktion trat, gab es ­zuvor ein Intermezzo von der Musikgesellschaft Sennwald mit zwei Stücken. Eines davon war – wiederum ein Evergreen – «Ich war noch niemals in New York» von Udo Jürgens.

Der Gemischte Chor Salez-Haag entschied sich – wie gesagt – für alte, volkstümliche Gesänge. Aus Kärnten trugen die Sänger und Sängerinnen die Weise «Is scho still uman See» vor – eine schöne, beruhigende Melodie, die vor geschlossenen Augen das Bild einer Abendstimmung aufkommen liess. Danach folgte das Walser Lied «I han der lieb leng Summer», welches Moderator Martin Schmidt dazu veranlasste, das Publikum in der Kirche zu motivieren – falls sie noch alte Lieder aus vergangenen Zeiten aus Region kennen, dies zu melden. Auch wenn die Melodie und der Text nicht aufgeschrieben, aber dennoch in der Erinnerung erhalten blieben. Diese würden einen einzigartigen Fundus der regionalen Volkslieder darstellen. Und, um bei den Volks­liedern zu bleiben, wagte der Gemischte Chor auch noch einen Schritt über das Mittelmeer hinaus nach Afrika – mit dem Volkslied ­«Mamaliye». Eine Weise, die den Müttern die höchste Ehr­erbietung darbringt und als typisch traditioneller Zulu-Song musi­kalisch erweitert wurde.

Ein fulminanter Abschluss

Aufgefallen ist Moderator Martin Schmidt, dass es vor allem Lehrer sind, die dazu beitragen, traditionelle Volksweisen in Erinnerung zu behalten. So geschehen, als er erkannte, dass alle drei Dirigenten an diesem Abend Lehrer sind: Roland Wohlwend, Musikgesellschaft Sennwald, Bernd Neyer, Männerchor Sennwald-Haag, und Willi Elsenson, Gemischter Chor Salez-Haag. «Sie sind es, die dieses Kulturgut wiederentdecken beziehungsweise aufblühen lassen.»

Als Sahnehäubchen des Abends erlebte das Publikum ­einen eindrücklichen, um nicht zu sagen fulminanten Abschluss mit dem gemeinsamen Auftritt des Männerchors Sennwald-Haag, des Gemischten Chors Salez-Haag und der Musikgesellschaft Sennwald.


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