Nachgefragt

«Die Tiere dürfen gerne hier bleiben»

08. Februar 2018, 14:56

Seit dem Brand der Tierpension in Boltshausen leben die 34 Schafe, zwei Esel und das Mini Pig von Brigitte Lang im Stall der Familie Wolfer im Bachtobel. Die von Brigitte Lang gestern in dieser Zeitung erhobenen Vorwürfe der Geldmacherei weist die Familie zurück und hofft auf einen versöhnlichen Ausgang für beide Seiten.

Warum haben Sie Brigitte Lang angeboten, die Tiere in Ihrem Schweinestall einzuquartieren?

Uns ging es darum, die Notsituation gleich nach dem Brand für Frau Lang abzufedern. Sie sollte sich in dieser schweren Zeit nicht auch noch Sorgen um ihre Tiere machen müssen. Daher haben wir schnell und unkompliziert Hilfe angeboten.

Wie sah Ihr Angebot denn aus?

Wir haben geholfen, die Tiere zu zügeln, und sie vorläufig kostenlos bei uns untergebracht. Die ganze Familie hat geholfen beim Zügeln. Wir hatten auch noch etwas Futter für die Tiere vorrätig, das wir offerierten.

Frau Lang beklagt sich, plötzlich hätten Sie ihr dann eine saftige Offerte über 1700 Franken monatlich unterbreitet für Unterbringung und Versorgung der Tiere.

Es stimmt, dass wir nach den Weihnachtsferien zwei Varianten ausgearbeitet haben anhand der vom Bauernverband empfohlenen mittleren bis tiefen Ansätze. Die 1700 Franken ergaben sich, wenn wir die Tiere versorgt hätten. Als günstigere Alternative haben wir ihr unterbreitet, sie könne die Tiere selbst versorgen. Sie hat aber beide Angebote abgelehnt und wir haben uns im Gespräch auf 600 Franken monatlich geeinigt, wobei sie die Tiere an zwei Tagen selber versorgt.

Nun beklagt sich Frau Lang, Sie hätten ihr ein Ultimatum gesetzt, die Tiere müssten Ende Februar aus dem Stall?

Das stimmt nicht. Es stimmt, dass wir aufgrund unserer beruflichen Auslastung die Versorgung der Tiere nicht länger bewältigen können und Frau Lang das nun selber erledigen muss. Aber ein Ultimatum gibt es nicht. Sie kann die Tiere gegen besagten Unkostenbeitrag für Stall und Wasser bei uns lassen, bis ihre Anlage wieder brauchbar ist. Sie wohnt ja keine 800 Meter von uns entfernt und da ist es zumutbar, dass sie täglich vorbeikommt und die Tiere versorgt. Sie kann bei uns ja auch ihr Futter für die Huftiere lagern und Schweinefutter bieten wir ihr gratis an.

Wie erklären Sie sich die Vorwürfe von Frau Lang?

Sie macht eine schwere Zeit durch und da verstehe ich auch, dass zusätzliche Belastungen schnell unangenehm sind. Aber auch wir haben sehr viel zu tun und da liegt ein zusätzliches Engagement für die Tiere einfach nicht drin. In unseren Augen haben wir alles nach besten Kräften gemacht, was wir können. Und wie gesagt: Die Tiere dürfen gerne hier bei uns bleiben, bis sie im Frühling wieder in ihren bisherigen Stall zurück können – das ist doch das wichtigste. (mte)

In einem ehemaligen Bauernhaus im thurgauischen Boltshausen ist ein Brand ausgebrochen. Das Feuer zerstörte die Scheune komplett. Personen wurden nicht verletzt.

Video: Brand belastet Brigitte Lang

Fast zwei Monate nach dem Brand ihrer Tierpension in Boltshausen, kommt Brigitte Lang immer noch nicht zur Ruhe. Nebst der Trauer um die Tier, die im Feuer den Tod fanden, hat sie auch Ärger mit der Versicherung und der Unterkunft für ihre Schafe. ( )




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