Benis Olympia-Tagebuch: Fünf Stunden Arbeit sind für die Katz

EIN TOGGENBURGER AN DEN OLYMPISCHEN SPIELEN ⋅ Beni Giger arbeitet bei minus 20 Grad Kälte in Südkorea am Aufbau der TV-Infrastruktur für die olympischen Skiwettkämpfe. Dabei treffen viele Kulturen aufeinander.
04. Februar 2018, 13:00
Beni Giger

Leider habe ich es nicht geschafft, ein Podest so zu bauen, wie ich es mir vorgestellt habe. Das bedeutet fünf Stunden Arbeit für die Katze. Eine Gruppe Russen, die ich aus Sotschi kenne, haben mir geholfen, ein Sicherheitsnetz so zu platzieren, dass ich darüber sehe. Das ist voll cool, denn jetzt bekomme ich das Bild, das ich will.

Ich finde es spannend, wie viele Kulturen hier aufeinander treffen. Unser Chef auf dem TV-Compound kommt aus Australien, die eingesetzte Kabeltruppe aus Deutschland. Die Glasfaser-Stecker werden von Griechen montiert. Der Chef-Stromer kommt von den Philipinen. Ein Produzent ist aus Deutschland, ein Logistiker aus Kanada, ein Venue-Manager aus Amerika.

Ein Logistik Assistent wohnt auf Korfu und er schafft es, bei minus 20 Grad von seiner Insel zu sprechen. Und der Chef-Techniker ist Holländer, der zum Glück immer im Tal ist, denn er fährt nicht Ski.Wir Schweizer sind mit Welschen und Tessiner Kollegen auch dreisprachig aufgestellt. Dazu kommen Leute, die fix für Olympia arbeiten. Sie ziehen alle zwei Jahre von Sommer- zu Winterspielen und dann wieder zu
Sommerspielen.

Leider sind die vier defekten Glaskabel noch immer nicht repariert. Ich habe heute geschaut, wie die Techniker die Stecker montieren. Die Arbeit braucht 100 Prozent Genauigkeit und das bei minus 20 Grad.

Heute habe ich am Slalomhang ein bekanntes Gesicht entdeckt. Das ist doch: Mikaela Shiffrin. Sie ist hier beim Training. Nicht auf dem Slalomhang, aber direkt daneben auf einer Piste. Auch wenn ich privat auf einen Erfolg von Wendy Holdener hoffe, werde ich den Slalom wie alle anderen Rennen auch zu 100 Prozent neutral für alle Länder gleich produzieren.


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