Theatergruppe Dreien: Rentner durchschaut das Spiel

KRIMI ⋅ Tausendernoten werden auf der Bühne abgezählt, und Liebesbriefe lernen fliegen. Die Laiendarsteller der Theatergruppe Dreien spielten die ersten zwei von fünf Vorstellungen vor vollem Haus.
05. Februar 2018, 05:17
Fränzi Göggel

Fränzi Göggel

redaktion

@toggenburgertagblatt.ch

Der Dreiakter «Liebi, Gäld und Altpapier» wurde vom Ensemble bereits 1994 unter der Regie von Alois Fust aufgeführt. Das Stück begeisterte dermassen, dass sich die Theatergruppe Dreien entschloss, den Schwank in drei Akten nochmals zu zeigen. Regie führt Jürg Dreier, der allen Schauspielern viel Raum zum Theater spielen lässt. «Nicht stur nach Büechli», ist seine Devise. Die Akteure sollen sich in ihren Rollen verwirklichen können. So wird auf der Bühne nach Herzenslust gewettert und gelästert, aber nie derb oder unter der Gürtellinie. Satzfetzen wie «Du tumme Schnorri du», honorierte das Publikum mit Lachsalven. Die Aussage «Ouh, diä Wiiber» bestätigten viele männliche Gäste im Saal mit überzeugtem Kopfnicken. Sehr zur Freude des Publikums wurden die Pointen von den Akteuren auf den Punkt getroffen, Souffleuse Angela Strassmann musste selten weiterhelfen.

Dunkle Punkte der Vergangenheit

Alle haben sie was zu verbergen. Die vom Hirschenwirt Heiri Stutzer (Peter Ruoss) und Baumeister Johann Alder (Patrick Keller) angezettelte Altpapiersammlung führt zu ungeahnten Enthüllungen. Einzig der Rentner Bärti Brunner (Urs Gähwiler) überblickt die ganze Tragweite des Geschehens. Gähwilers Darstellung vom schlauen Alten war an Mimik und Gebärdenspiel kaum zu überbieten. Frieda, die Serviertochter, wird von Lucia Senn herrlich verkörpert. Sie weiss nicht recht, ob sie des Rentners Pläne unterstützen soll.

Herausragend gespielt wurde die Rolle der Bäuerin Josi Augsburger von Daniela Strassmann. Als ob sie in die Figur hineingeschlüpft sei, verkörperte sie eine begriffsstutzige Frau. Daniel Dörig schäkert in seiner Rolle als verliebter Taxiunternehmer Kappeler und Willi (Silvan Isenring), der Sohn vom Hirschenwirt bemüht sich ebenfalls um seine Auserwählte. Priska (Salome Rutz), die Frau des Braumeisters und Dorli (Barbara Kurath), die Tochter werden genauso in das Schlammassel hineingezogen.

Keine Nachwuchsprobleme

Bruno Scherrer, der Mann für die Kulisse und Administration, erzählt: «Wir sind kein Verein, sondern kennen uns meist schon lange. Benötigen wir neue Spieler, wird das über Mund-zu-Mund-Propaganda erledigt. Die meisten sind aus der Region. Die Schauspieler haben ein Mitspracherecht bei der Auswahl des Stückes. Ist eines bestimmt, besorgt sich jeder sein Gewand und lernt den Text. 16-mal wurde heuer geprobt. «Für dieses Jahr haben wir Jürg Dreier wieder überreden können, die Regie zu übernehmen. Dreier spielte selber einige Jahre bei uns, übernahm dann für mehrere Jahre die Regie, ehe er dies andern überliess. Und für nächstes Jahr suchen wir einfach niemanden, so übernimmt er hoffentlich wieder», zwinkert Bruno Scherrer dem Regisseur zu.

Weitere Vorstellungen

Weitere Vorstellungen sind am Dienstag, 6. Februar, am Donnerstag, 8. Februar, sowie am Samstag, 10. Februar. Beginn ist jeweils um 20 Uhr.

Reservationen können unter 071 983 16 12 gemacht werden.


Leserkommentare

Anzeige: