Wegen A13 und Stromleitung müssen 1600 Bäume weg

BUCHS/REGION ⋅ Um die Sicherheit auf der Autobahn A13 und den Abstand zur Hochspannungsleitung zu gewährleisten, müssen über 1000 Kubikmeter Holz aus dem Wald.
05. Februar 2018, 05:30
Corinne Hanselmann

Corinne Hanselmann

corinne.hanselmann@wundo.ch

«Bleibt hier auch noch etwas stehen?» oder «Schon wieder am Holzen?» sind Sprüche, die die Mitarbeiter der Forstgemeinschaft Grabus derzeit immer wieder zu hören bekommen. Sie sind entlang der Autobahn und dem renaturierten Werdenberger Binnenkanal bei Buchs am Holzen. Der von Läufern, Spaziergängern und Velofahrern stark frequentierte Weg dem Gewässer entlang ist zur Zeit nur beschränkt und mit Wartezeiten passierbar, wenn die Forstwarte an der Arbeit sind.
 

(W&O/Corinne Hanselmann)


Dass dort so intensiv geholzt wird, hat gute Gründe, wie Andreas Gerber, Förster der Forstgemeinschaft Grabus, sagt: «Entlang der Autobahn A13 stehen viele kranke Eschen und instabile Weichhölzer, die ein Risiko für den Verkehr auf der Autobahn darstellen.» Man stelle sich vor, ein 25 bis 30 Meter grosser Baum kracht auf die auf der A13 fahrenden Autos. Wie schnell dies gehen kann, zeigte sich beim Wintersturm Burglind eindrücklich. Damals fielen innert kurzer Zeit zahlreiche kleinere Bäume und Äste auf die Fahrbahn.
 

Arbeiten waren schon vor «Burglind» geplant

Die aktuellen Holzerei-Arbeiten auf dem Streckenabschnitt Wartau–Sennwald wurden jedoch bereits im vergangenen Herbst zusammen mit dem Bundesamt für Strassen Astra geplant.

Die Arbeiten so nahe an der Autobahn seien heikel, sagt Gerber. Jeder Baum muss aufwendig mit Drahtseil und Rückefahrzeug gesichert werden, damit er nicht in die Richtung der Autobahn fallen kann. «Sonst müsste die A13 nämlich für die Holzerei gesperrt werden.» Bei über 40000 Autos, die täglich diesen Abschnitt passieren, ein unrealistisches Unterfangen. Wird in unmittelbarer Nähe der A13 geholzt, wird dort das Tempo auf 80 km/h reduziert.

Bereits vor Weihnachten starteten Gerbers Leute mit den Arbeiten und sie werden noch einige Wochen dauern. Die Grabus ist zuständig für einen rund 6,5 Kilometer langen Abschnitt zwischen Buchs und Sevelen. Hier werden rund 1600 Bäume gefällt. «Das sind über 1000 Kubikmeter Holz», so der Förster.

Der Grossteil ist Energieholz und wird in Form von Hackschnitzeln zum Heizen verwendet. Ein kleiner Teil wird als Nutzholz verkauft.
 

«Ein etwas heftiger Eingriff»

Nebst dem Astra forderte auch die Swissgrid, die für die Hochspannungsleitungen zuständig ist, dass Bäume gefällt werden. Zu den Stromleitungen muss nämlich ein Sicherheitsabstand von einigen Metern eingehalten werden, um Funkensprünge zu vermeiden.

«Es kommen gerade mehrere Dinge zusammen. Deshalb haben wir hier jetzt einen etwas heftigen Eingriff», erklärt Gerber. «Die Sicherheit und Funktionalität von Autobahn und Stromleitung gehen vor – der Wald muss deshalb weichen.» Momentan sieht der Streifen neben der Autobahn ziemlich kahl aus. Gerber ist aber überzeugt, dass dort schnell wieder etwas wächst: «Wir haben hier eine gute Strauchvegetation.»


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