Werdenberger Feuerwehren rückten 2017 über 300 Mal aus

OBERSCHAN ⋅ Die 99. Delegiertenversammlung des Werdenberger Feuerwehrverbandes führte die Mitglieder am Freitagabend ins Hotel Alvier. Das Treffen organisierten die Wartauer Kameraden.
05. Februar 2018, 06:00
Hansruedi Rohrer

Hansruedi Rohrer

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Nach Apéro und Nachtessen begrüsste Verbandspräsident Marcel Senn 28 Delegierte und einige Gäste, darunter Jascha Müller vom kantonalen Feuerwehrverband, die beiden Feuerschutzkommissions-Präsidenten Martin Gabathuler (Wartau) und Hermann Thoma (Sennwald) sowie einige ehemalige Werdenberger Feuerwehrkommandanten. In seinem Jahresbericht erwähnte Marcel Senn einige Punkte im neuen Feuerschutzgesetz, welches die Arbeit verbessern würde. Doch es habe auch Passagen, die weniger gut seien. Zum Beispiel, dass Nachbarhilfe verrechnet werden könne. «Ich denke, das ist der falsche Weg, in einer Notlage unserer Bürger zuerst über die Kosten nachzudenken.» Auch der Gesetzesartikel über Spezialfahrzeuge sei nicht so optimal. Der Kanton sei dabei verantwortlich, die Stützpunkte mit derartigen Fahrzeugen auszustatten. «Diese Fahrzeuge gehören dem Kanton, und der will auch das Geld der Einsätze», erklärte Marcel Senn. Von einer «Entmachtung der Feuerwehren durch den Kanton» könne natürlich trotzdem keine Rede davon sein, wie dies im November 2017 die Medien kommuniziert hätten.

Zum Thema «Rekrutierung» innerhalb des Werdenberger Verbandes sagte der Präsident, dass man gemeinsam neue Angehörige der Feuerwehr anwerben möchte. Auch die immer aufwendiger werdende Materialwartung versuche man ein wenig zu vereinheitlichen. «Es geht darum, voneinander zu profitieren und gemeinsam stark zu werden.»
 

Werdenberger Feuerwehren leisteten über 4500 Einsatzstunden

Marcel Senn erwähnte im Jahresbericht auch die verschiedenen Kurse der Grund- und der Weiterbildung, und dass die Werdenberger Feuerwehren (ohne Betriebsfeuerwehren) im Jahr 2017 insgesamt 304-mal ausgefahren sind und daraus 4506 Einsatzstunden resultierten. Das sind mehr Einsätze als im Jahr zuvor, jedoch viel weniger Einsatzstunden. Bei den Elementarereignissen gab es im letzten Jahr 75 Einsätze zu bewältigen und bei den Technischen Hilfeleistungen 60 Einsätze. Die Brandbekämpfungen forderten den Tribut von insgesamt 1966 Stunden.

Die Zeit werde sich auch bei den Werdenberger Feuerwehren ändern, sagte Marcel Senn abschliessend. Doch es gehe schliesslich am Schluss um die Sache der Feuerwehr: «Da stehen wir alle mit Herzblut dahinter und es soll kein Status oder eine Position im Vordergrund stehen.»

Der Jahresbeitrag pro Angehöriger der Feuerwehr wurde um zwei Franken auf 12 Franken erhöht. Mit einer Schweigeminute gedachte man zwei engagierten, verstorbenen Feuerwehrleuten, nämlich dem innovativen Buchser Kommandanten Heini Schoch und dem Grabser Maschinisten Jakob Schmid.
 

Für langjährigen Einsatz geehrt

Nach 29 Dienstjahren wurde Peter Kobler (Feuerwehr Grabs) mit dem besten Dank verabschiedet. Geehrt wurde auch Hanspeter Bonadurer von der Feuerwehr Wartau. Im Jahr 1990 eingetreten, war er von 2003 bis 2017 Instruktor und «methodisch-didaktisch einer der besten Ausbildner», wie Präsident Marcel Senn sagte. Die Aufgabe als Instruktor gibt er ab, wird aber noch in der Feuerwehr Wartau verbleiben. Völlig unerwartete Ehre wurde auch dem Schreibenden für die langjährige Berichterstattung zuteil.

Der Vorstand des Werdenberger Feuerwehrverbandes setzt sich zusammen aus Marcel Senn (Präsident), Karin Schäpper (Protokoll), Philipp Kaiser, Simon Stauffacher, Jürg Wohlwend, Daniel Koller, Christian Hagmann. Am 1. Februar 2019 findet die 100. Delegiertenversammlung in Sevelen statt. Am Schluss der Versammlung sprach Jascha Müller letztmals in der Funktion als Präsident des kantonalen Feuerwehrverbandes zu den Werdenbergern. Dabei warb er für seine Nachfolge, erwähnte das überarbeitete Feuerschutzgesetz, bestätigte die weiterhin bestehende dezentrale Grundausbildung der Feuerwehren (wie Ende Februar in Sevelen) und sagte, dass zurzeit neun Jugend-Feuerwehren im Kanton St. Gallen existieren. Bald kommt dazu noch die Jugend-Feuerwehr Pizol. Am 30. August gibt es ab 18 Uhr gesamtschweizerisch eine Nacht der offenen Feuerwehr-Tore.


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