Musikschule Werdenberg wagt musikalischen Spagat

BUCHS ⋅ Die Musikschule Werdenberg bietet ab dem neuen Schuljahr Workshops für digitale Musik an. Und kümmert sich auch um vernachlässigte Instrumente.
06. Februar 2018, 05:30
Armando Bianco

Was früher einmal analog war, ist heute in vielen Bereichen digital, das ist auch bei der Musik nicht anders. Gutes Handwerk an den Instrumenten greift vielfach auf die vielfältigen Möglichkeiten der digitalen Welt zurück. So gesehen hat sich der Alltag eines Musikers und der Inhalt der Musik generell stark verändert. Immer mehr Bands sind in Bezug auf das Business zu Selbstmanagement gezwung en. Es gibt einen Haufen kreative Programme und Maschinen, mit der sich musikalische Produktionen erweitern und steuern lassen. Genau hier setzt der Workshop für digitale Musik an. 
 

In der Welt der Apps und Tools und DJ-Pult

Mutig und innovativ könnte man das neue Angebot der Musikschule Werdenberg deshalb nennen, aber eigentlich wird man damit bloss einem sich ausbildenden Trend gerecht. Nach den Sommerferien wird erstmals ein Workshop angeboten, in dem es um die Welt der digitalen Musik geht. Je nach Stilrichtung und Intention entsteht  heute teilweise oder sogar ausschliesslich am Computer, oder wird zumindest mit kreativen Programmen bearbeitet. 

Dennis Mungo, Leiter der Musikschule Werdenberg, gibt sich betont aufgeschlossen gegenüber allen Formen von Musik. «Rock, Pop, Jazz und Unterricht von Instrumenten, das ist unser traditionelles Kerngebiet. Da wir aber einen offenen Geist pflegen, werfen wir auch stets einen Blick nach vorne. Mit diesem Projekt wollen wir die Breite unseres Angebots vergrössern und beweisen, dass auch in musikalischen Nischen spannende Sachen entstehen können». Leiter des Workshops ist Philipp «Peekay» Köppel (Buchs), ein Meister der Regler, Klicks und Tastenknöpfe. Dank seinem Hintergrund bringt er ein grosses und aktuelles Wissen zur neuen Unterrichtsmaterie mit. Er ist seit vielen Jahren ein aktiver Teil der Dancehall- und Reggae-Szene, hat sich in dieser Stilrichtung ausgetobt und produziert mit dem Label Bionic Dancehall Records auch andere Künstler. Er weiss, was Autotune ist und kann als DJ mit technischen Geräten und Computerprogrammen umgehen. Kurzum, er kennt die Welt der Apps und Tools und Mischpulten.


Gutes Auge auf musikalische Mauerblümchen

Geradezu ein Kontrast zu diesem höchst modernen Workshop steht die Pflege traditioneller Musik und Instrumente, der man in den Unterrichtsräumen an der St. Gallerstrasse 6 in Buchs nach wie vor die grösste Bedeutung zumisst. Nebst klassischen, weitherum bekannten und öffentlich beliebten Instrumenten, werden auch solche unterrichtet, die aufgrund geringerer Beachtung etwas im Schatten anderer Instrumente stehen. Genau darauf will Dennis Mungo ebenfalls ein gutes Auge habe. Im März findet deshalb ein spezieller Anlass zur Bekanntmachung und Förderung des Akkordeons statt. Das Akkordeon ist ein Handzuginstrument, welches man oft in der Volksmusik- und Schlagerwelt sieht.

Arge Probleme mit fehlendem Nachwuchs und der Ausbildung haben seit geraumer Zeit auch die Tambouren in der Region. Auch hier tüftelt man momentan an einer Zusammenarbeit mit der Musikschule Werdenberg, sodass das Instrument unterrichtet werden kann.

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