Freiheit im Käfig

BUCHS ⋅ Die beiden Clowns Ueli Bichsel und Silvana Gargiulo brachten das Publikum im Fabriggli zum Lachen. Ihr Theaterstück «Nichtsnutz» regte auch zum Nachdenken an.
03. Februar 2018, 05:18
Carmina Wälti

Carmina Wälti

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Als sich die Clowns ihr eigenes Gefängnis voller Begeisterung bauten, staunte das Publikum nicht schlecht. «Glück gehabt» nennen sie ihren sicheren und geschlossenen Ort. Ein Ort, in dem man zwar nichts hat, aber auch nichts befürchten muss: Das ist für die beiden Clownfiguren Bichsel und Gargiulo Freiheit. Schnell steht die Frage im Raum, was Freiheit überhaupt bedeutet. Für die Clowns ist es eindeutig: In ihrem Käfig sind sie frei. Sie müssen sich um nichts kümmern und sich um nichts sorgen. «Das Leben hat viele Facetten, manchmal auch fordernde. Sicherheit ist uns nie garantiert. In einem Gefängnis passiert einem nichts – aber man ist halt eben in einem Gefängnis», sagt Bichsel. Die Schauspieler schaukeln gekonnt zwischen Tragik und Komik, sodass man nicht nur über die Clowns lacht, sondern auch über sich selbst. Die ständige Suche nach einem besseren Leben und was denn überhaupt «besser» bedeutet, wird einem auf eine lustige Art und Weise vor Augen geführt.

Tochter ist Regisseurin

Bichsel und Gargiulo arbeiten schon seit 14 Jahren zusammen. «Momentan ist meine Tochter unsere Regisseurin», so Bichsel. «Wir arbeiten eng zusammen und machen alles selber.» Für die beiden Schauspieler sei das Ausharren im Gefängnis eine neue Erfahrung gewesen: «Es war gar nicht so einfach für uns, lange eingesperrt zu sein. Dieses Gefühl mussten wir zuerst erlernen – man atmet anders und der Käfig macht einem schon fast depressiv. Wir mussten immer wieder Pausen einlegen.» Nach dem Proben treten sie mit ihren Theaterstücken während jeweils ungefähr drei Jahren auf, währenddessen werden schon wieder neue Ideen gesammelt. «Nichtsnutz» wird bereits heute Samstag das nächste Mal in Aldorf aufgeführt.


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