Leiser Fasnachtsumzug in Vaduz erntet viel Kritik

VADUZ/GAMS/SCHAAN ⋅ Nach dem Kinderumzug in Vaduz vom vergangenen Samstag gab es in den sozialen Medien viele kritische Stimmen zur neuen Lautstärken-Regelung für die Umzugswagen. Am Umzug in Gams waren die Erfahrungen sehr positiv.
07. Februar 2018, 11:57
Thomas Schwizer
«S’Ländle wörd all langwiliger und konservativer anstatt moderner und attraktiver» – «isch wia ara Beerdigung»: Die Reaktionen auf die neu eingeführte Lautstärken-Beschränkung für die Mottowagen, die an den Fasnachtsumzügen in der Region teilnehmen, sind teilweise heftig ausgefallen. Vereinzelt waren sie derart unter der Gürtellinie, dass sie nicht der Veröffentlichung würdig sind.

(Tagblatt)



Das Verbot der Aussenbeschallungen der Mottowagen haben die Veranstalter der Fasnachtsumzüge in Trübbach, Schaan, Vaduz, Gams und Oberriet im Hinblick auf die Umzüge an der aktuellen Fasnacht beschlossen. Der Grund dafür war, dass es in den Vorjahren zunehmend Reklamationen gab wegen der teilweise ohrenbetäubend lauten Musik aus den Mottowagen. Oft betraf dies eigentliche Barwagen, in denen nach dem Umzug jeweils Getränke ausgeschenkt werden. 
 

Veranstalter werden die Regelungen diskutieren

Vielen Wagenguppen und Besuchern von Fasnachtsumzügen passt diese Einschränkung allerdings gar nicht. Sie machen ihrem Ärger vor allem in den sozialen Netzwerken Luft. Neben viel Kritik gab es aber vereinzelt auch positive Stimmen. So stellte ein Kommentator fest, dass Umzugsteilnehmer nun nach einem schönen Umzug nach Hause gehen könnten «ohne Dröhnen und Pfeifen in den Ohren». Er denkt auch an die Guggenmusiken, die nun wieder gehört würden und so für ihre Darbietungen den verdienten Applaus erhalten.

Generell stellt sich angesichts der, vor allem in Liechtenstein, hoch gehenden Wogen die Frage: Ging diese Lautstärken-Einschränkung zu weit? Das werden die Veranstalter der fünf Umzüge nach der Fasnacht 2018, im Hinblick auf die Umzüge 2019, gemeinsam besprechen. Darin sind sich die Fasnachtsgesellschaft Vaduz und das Rettungscorps Gams einig, welche ihre Umzüge bereits über die Bühne gebracht haben. Die Rückmeldungen von Wagenbauern und Umzugsbesuchern würden in die Diskussionen einfliessen, kündigte die Fasnachtsgesellschaft Vaduz an. Das Ganze sei etwas aus dem Ruder gelaufen und habe nicht zum gewünschten Effekt geführt.

Durchwegs positive Erfahrungen in Gams

Anders beurteilt es Peter Vetsch vom Rettungscorps der Feuerwehr Gams auf Grund der Rückmeldungen der Guggenmusiken, Zuschauer und Fussgruppen. Diese ziehen ein positives Fazit über die neue Regelung – bei der eine Innenbeschallung der Umzugswagen mit einer maximalen Lautstärke von 94 Dezibel erlaubt ist. 

In Gams verzeichnete das Rettungscorps gar einen Zuschauerrekord: rund 4000 Personen verfolgten den Traditionsumzug. Die konstruktiven Rückmeldungen von einzelnen Wagenbauern würden in die Diskussionen der Fasnachtsveranstalter bezüglich einer Überarbeitung der neuen Regelungen einfliessen, kündigt Vetsch an.

Für die bevorstehenden Fasnachtsumzüge in Schaan vom kommenden Sonntag und in Trübbach vom 18. Februar halten die Veranstalter am neuen Reglement fest. Die Narrenzunft Schaan appelliert an die Wagenbauer. Sie werden gebeten, die Fasnacht aktiv zu leben und sich nicht querzustellen, wie es offenbar am Umzug in Vaduz der Fall war. Konkret sollen sie die – erlaubte und ausdrücklich erwünschte – Innenbeschallung der Wagen mit Musik einschalten und so zu einem lebendigen Umzug beitragen.

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