Auf Weltreise mit der Muschelfee

SIRNACH ⋅ Die 25. Sirnacher Fasnacht wurde gestern Abend traditionell von der Muschelfee eröffnet. Anschliessend sorgten die zwei Guggenmusiken Voll-Gas-Chlöpfer und Murglaatschä für Stimmung.
09. Februar 2018, 05:19
Tim Frei

Tim Frei

Die Muschelfee schlüpft jeweils aus ihrer Muschel, um anschliessend die Sirnacher Fasnacht zu eröffnen. Dieses Jahr an der 25. Austragung war das aber nicht der Fall: Die Muschelfee Livia Jäggi wurde gestern Donnerstagabend von einer Rikscha auf den Gemeindeplatz chauffiert. Dabei handelt es sich um ein zweirädriges Gefährt aus Asien, das von einer Person gezogen wird. Überraschend kommt dies nicht, denn das Motto der diesjährigen Sirnacher Fasnacht lautet «Weltreise». Mit der Übernahme der Kompetenzen von Gemeindepräsident Kurt Baumann für fünf Tage nimmt die Muschelfee die Fasnachtsbesucher mit auf eine längere Weltreise.

Premiere von Chäller an der Sirnacher Fasnacht

Bevor es aber dazu kam, eröffneten die Träger der «Füürbäse» die Eröffnungszeremonie mit ihren Fackeln. Moderiert wurde sie zum ersten Mal von FM1-Moderator und Comedian Chäller. Während der Zeremonie wurde das Gemeindehaus von einer grossen Fahne der Sirnacher Fasnächtler (Sifa) umhüllt, so dass der Gemeinderat nicht nur sprichwörtlich den Blick auf die Geschehnisse verlor.

Nachdem der Gemeindepräsident und der Sifa-Präsident Marco Meuri ihre Reden gehalten hatten, kam endlich der Moment, auf den alle Besucher sehnlichst gewartet haben: Auf dem Gemeindeplatz wurde der Muschelfee das Muschelgeschmeide, das heisst, eine Halskette überreicht. Damit wurden die Kompetenzen des Gemeindepräsidenten definitiv auf die Muschelfee übertragen. Anschliessend richtete sie einige Worte an die Fasnachtsbesucher und erklärte die Fasnacht für eröffnet. Für Stimmung sorgten danach zuerst der Chor der Kathi Wil mit dem Muschelfee-Song. Anschliessend waren die Guggenmusiken Voll-Gas-Chlöpfer aus Wiezikon und Murglaatschä aus Sirnach am Zug. Danach startete die Beizenfasnacht: In der Sifa-Beiz, der Sifa-Stubä und der Zapfbar feierte man den Beginn der Narrenzeit. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es eine Änderung. Sie betrifft die Lokalitäten: Einerseits befindet sich die Sifa-Beiz nicht mehr im Dreitannensaal, sondern auf der Etziwiese in Zelten. Die Hauptanlässe dagegen, wie etwa das Guggentreffen, die Rasslete oder der Kindermaskenball, gehen den umgekehrten Weg und finden neu im Dreitannensaal statt.

Heute Freitag geht es bereits weiter mit dem Monsterkonzert und der Guggennacht. Dabei werden insgesamt 15 Guggenmusiken auftreten. Zum grossen Fasnachtsumzug kommt es morgen Samstag. Daran werden 55 Umzugswagen teilnehmen. «Im Vergleich zu den Vorjahren ist die Anzahl Umzugsgruppen leicht zurückgegangen», sagt Marco Meuri. Der Grund liegt bei den Aufnahmebedingungen: «Wagen ohne Sujets werden nicht zugelassen. Dies erhöht die Qualität der Umzugswagen.»

Hülsnerbuebe nehmen nicht am Umzug teil

Ein grosses Thema in den Medien war zuletzt die Umzugsgruppe Hülsnerbuebe, welche mit fragwürdigen Sujets am Aadorfer Fasnachtsumzug für einen Skandal sorgte (unsere Zeitung berichtete). Vom Fasnachtsumzug in Ganterschwil wurden sie deswegen ausgeschlossen. Am Fasnachtsumzug in Lenggenwil durften die Hülsnerbuebe dagegen dabei sein, da sie neue Sujets am Wagen montierten. An der Sirnacher Fastnacht nehmen sie nicht teil – sie haben sich gar nicht angemeldet. «Wir sind froh darüber, so mussten wir uns nicht mit dieser Angelegenheit befassen», sagt Meuri.


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