Ehemaliger Uzwiler Gemeindepräsident überraschend verstorben

UZWIL ⋅ Werner Walser, ehemaliger Gemeindepräsident von Uzwil, ist im Alter von 69 Jahren überraschend verstorben. Er hat die Geschicke der Gemeinde während 21 Jahren massgeblich geprägt.
05. Februar 2018, 19:26
Philipp Stutz
Die Nachricht von seinem Tod kommt für alle überraschend. Noch vor wenigen Wochen hatte sich Werner Walser über das neue Uzwiler Gemeindehaus an der Lindenstrasse gefreut. «Die Architektur ist vornehm und dennoch schlicht», hatte er gegenüber unserer Zeitung gesagt. Nichts hatte damals darauf hingedeutet, dass dies unser letztes Gespräch sein sollte. Am vergangenen Samstag ist Werner Walser nur wenige Monate vor seinem 70. Geburtstag unerwartet verstorben.
«Die Nachricht macht betroffen – ich bin schockiert», sagt Ruedi Müller, Gemeinderat und Weggefährte des Verstorbenen. Werner Walser sei immer offen, authentisch und vertrauensvoll gewesen. «Sein Wort hatte Gewicht, und seine kernigen Sprüche waren legendär – er wird uns fehlen.»
 

Veränderungen zeugten von Weitsicht

Lucas Keel, Nachfolger von Werner Walser, hätte sich gewünscht, dass der Verstorbene seinen Lebensabend länger hätte geniessen dürfen. In dessen Fussstapfen zu treten, sei eine Herausforderung gewesen. «Auch im regionalen Kontext genoss Werner Walser die Wertschätzung seiner Amtskollegen.» Er habe viele Veränderungen eingeleitet, die von Weitsicht zeugten. So etwa die Reorganisation der Gemeindeverwaltung. Es sei wichtig, dass der Gemeindepräsident Raum und Zeit für die strategische Ebene zur Verfügung habe, begründete Walser diese Massnahme. Ohne dass er je von der Neuorganisation profitieren durfte. Während 38 Jahren hat Werner Walser in Diensten der Gemeinde gestanden. Zuerst als Ratsschreiber, danach 21 Jahre lang als Gemeindepräsident. Wohlwissend, wie anspruchsvoll die Aufgabe ist, eine Kleinstadt mit 13000 Einwohnern und einem Jahresbudget von 70 Millionen Franken zu führen und gleichzeitig das richtige Gespür für die Anliegen der Sieben-Dörfer-Gemeinde zu zeigen. Die Einführung der Einheitsgemeinde, die Zentralisierung der Gemeindeverwaltung, das Abtragen der Schulden und der Erhalt der Infrastruktur waren einige von vielen Aufgaben, die es während seiner Amtszeit zu bewältigen gab.
 

Privatmann und einfacher Bürger sein

Der Gemeindepräsident wirkt als Primus inter pares. Eine subtile Aufgabe. Hat doch das Ratsgremium als Ganzes Entscheide zu treffen und gemeinsam zu vertreten. Werner Walser führte klar, liess dabei aber Konzilianz und Humor nie vermissen. «Uzwil ist eine offene Persönlichkeit mit prägendem Charakter – weltoffen, immer bereit für neue Wege», hatte Walser seine Gemeinde charakterisiert. Uzwil sei sachlich, konsensorientiert und von vornehmer Bescheidenheit. Attribute, die auch für den Verstorbenen kennzeichnend sind.

Werner Walser, der immer auf Unterstützung und Verständnis seiner Gattin Silvia zählen durfte, hatte sich auf seinen Ruhestand gefreut. «Privatmann und einfacher Bürger zu sein, hat seinen Reiz und spricht für Lebensqualität», hat er bei seinem Eintritt in den Ruhestand gesagt. Stehe doch Verschiedenes offen: Reisen, Lesen, Familie, Sport, Freundes- und Bekanntenkreis. Alles Dinge, die zu kurz gekommen seien. Leider sollte diese Mussezeit begrenzt bleiben. Am Samstag, 3. Februar, hat sein Herz bei einer Wanderung in seinem geliebten Appenzellerland aufgehört zu schlagen. «Du warst uns ein Vorbild in Aufrichtigkeit und Bescheidenheit», schreiben seine Angehörigen in der Todesanzeige.

Die Trauerfeier findet am Montag, 12. Februar, um 14 Uhr, in der evangelischen Kirche Niederuzwil statt.

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