Trotz Freibier kein Larifari-Betrieb

WIL ⋅ Aus Solidarität mit dem Absteiger FC Wohlen hat der FC Wil am Samstag den angereisten Anhängern aus dem Aargau eine Runde Bier spendiert. Auf dem Feld verschenkten danach die Äbtestädter eine 1:0-Führung.
05. Februar 2018, 10:51
Simon Dudle

Es ist eine letzte Runde, welche die Fans aus Wohlen in diesem Frühjahr durch die Stadien der Challenge League unternehmen. Danach ist fertig mit Profifussball. Der Klub aus dem Freiamt ist es leid, Jahr für Jahr um die Lizenz und mit den ständig steigenden Anforderungen der Liga kämpfen zu müssen. Er zieht sich bei Saisonende freiwillig zurück. Der Abstiegskampf entfällt. Da es in den vergangenen sechs Jahren schon zum fünften Mal keinen sportlichen Absteiger gibt, verkommt die Challenge League immer mehr zur Farce. Reformen sind zwingend notwendig.

Die Wohler Anhänger verabschieden sich auf ihre Art. Sie finden, auswärts möge das jeweilige Heimteam für eine Runde Bier aufkommen. Als erster war am Samstag der FC Wil an der Reihe – und zahlte. Bereits vor der Partie begab sich Kommunikationschef Dani Wyler in die Wohler Fanecke. Genau elf Bier und drei Süssgetränke waren nötig, um ein zufriedenes Dankeschön der Fangruppe zu bekommen.
 

Nach einer starken ersten Halbzeit abgebaut

Aus Wiler Sicht war geplant gewesen, an diesem Abend keine weiteren Präsente an die Aargauer zu verteilen. Doch es kam anders. «In der zweiten Halbzeit haben wir ihnen schon noch ein Geschenk gemacht», sagte Wyler. Er spielte darauf an, dass die Wiler nach einer starken ersten Halbzeit abbauten, während die Wohler zulegten. Dies brachte ein leistungsgerechtes 1:1 mit sich. Zu diesem Geschenk gehörte, dass Sergio Cortelezzi kurz vor der Pause vor dem leeren Tor nur den Pfosten traf und der sonst positiv auffallende Neuzugang Nias Hefti vor dem Gegentreffer nicht energisch genug eingriff.

Alles in allem verliessen die Wohler das Bergholz zufriedener als die Wiler – nicht nur des Freibiers wegen. Trotz bevorstehendem Fall in die Anonymität des Amateurfussballs haben sie einen beherzten Auftritt an den Tag gelegt. Von Freundschaftsspiel-Charakter war beidseits nichts zu spüren. Ganze 43 Fouls ahndete Schiedsrichter David Schärli. Sechsmal sprach er eine Verwarnung aus.


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