Silvan Gönitzer will aus dem Trainingslager einen neuen Vertrag heimbringen

AMBITIONIERT ⋅ Silvan Gönitzer fand über die Nachwuchsabteilung des FC Zürich zum FC St.Gallen – auch weil er den Kontakt in die Ostschweiz gleich selber hergestellt hatte. Nun läuft der Kontrakt des 21-Jährigen aus.
18. Januar 2018, 09:42
Patricia Loher
Als Silvan Gönitzer noch bei seinen Eltern wohnte, musste er immer wieder den Berg hinauf. Bei Wind und Wetter. Das grösste Hindernis auf dem Arbeitsweg des jungen Fussballers von Schänis nach St.Gallen war während Monaten der Ricken. Im vergangenen Herbst aber hat sich für den 21-Jährigen der Weg geebnet: Er zog mit Kollegen in eine Wohngemeinschaft in der Stadt St.Gallen.

Die Anfahrt zum Stadion ist für Gönitzer nun einfacher, in seiner Karriere aber steht der junge Verteidiger noch am Fusse eines Berges. «Ich will Stammspieler werden und bin überzeugt, dass sich die harte Arbeit auszahlen wird», sagt er im Trainingslager in Andalusien. Fünfmal kam Gönitzer seit seinem Super-League-Début im vergangenen August zum Einsatz, dreimal gehörte er der Startformation an. Beim 3:2 gegen Sion vor der Winterpause, das er über 90 Minuten bestritt, lieferte er in einer Dreierabwehr eine starke Leistung ab – und setzte damit ein Ausrufezeichen.
 

«Ich würde sehr gerne bleiben»

Gönitzer ist einer von fünf Spielern des FC St.Gallen, deren Verträge im nächsten Sommer auslaufen. Traditionellerweise finden die Gespräche über die Zukunft jeweils im Wintertrainingslager statt. Gönitzer sagt, er habe von Sportchef Alain Sutter sowie Trainer Giorgio Contini positive Signale erhalten. «Natürlich würde ich sehr gerne in St. Gallen bleiben.» Der Fussballer, der eine kaufmännische Ausbildung absolviert hat, weiss, dass er «noch Luft nach oben» hat. Es gelte, an der Technik zu feilen. Zudem sei er bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen. 

Silvan Gönitzer gehört zu jenen Spielern beim FC St.Gallen, deren Vertrag ausläuft. Im Interview spricht er über seine sportlichen Leistungen und die Vertragsverlängerung. (Urs Bucher)

Gönitzer wirkt ruhig. Von seinem früheren Juniorentrainer Javier Sanchez in Rapperswil-Jona hat er gelernt, heissblütiger zu sein. Von Sanchez habe er sehr profitiert: «Ich lernte, Emotionen zu zeigen. Und damit die Mannschaft mitzureissen.» Über den FC Weesen, Rapperswil-Jona und die Nachwuchsabteilung des FC Zürich hat der Abwehrspieler 2014 zum FC St. Gallen gefunden. Nach seiner Zeit in Zürichs U18 schien ihm die Chance klein, in der U21 regelmässig zum Einsatz zu kommen: «Zürich verfügte auf meiner Position über Nachwuchs-Internationale.» So stellte Gönitzer über einen Kollegen den Kontakt zum FC St.Gallen gleich selber her. 
 

Probewochen unter Benneker

Roger Zürcher, damals der Technische Leiter von Future Champs Ostschweiz (FCO), und St.Gallens damaliger U21-Coach Armand Benneker luden Gönitzer zu Probewochen ein. «Und weil der ersten Mannschaft für ein Testspiel gegen den FC Schaffhausen ein Linksverteidiger fehlte, wurde ich schon am zweiten Tag aufgeboten.»

Ein Rundgang durch das Hotel in Südspanien, wo der FC St.Gallen im Trainingslager ist. (Urs Bucher)

Gönitzer und Boris Babic sind seit Silvan Hefti die ersten Spieler von FCO, die in der Super League Einsatzzeit erhalten. Eine Vertragsverlängerung für Gönitzer täte nicht zuletzt auch dem Nachwuchsprojekt gut – und wäre für den Spieler selber ein nächster Schritt auf dem Weg in Richtung Gipfel.

Wittwers Vertrag enthält eine Option

Im kommenden Sommer laufen beim FC St. Gallen nebst dem Kontrakt von Silvan Gönitzer auch die Verträge von Captain Toko, von Karim Haggui, Andreas Wittwer und das leihweise Engagement von Yrondu Musavu-King aus. Gespräche haben im Trainingslager in Spanien, wo sich St. Gallen noch bis Samstag aufhält, stattgefunden. In die Karten blicken lassen sich Verantwortliche und Spieler noch nicht. Es war aber offensichtlich, dass Captain Toko nach seiner Rückkehr – der 27-Jährige war verletzungsbedingt fünf Monate ausgefallen – gleich wieder ein wichtiger Aggressivleader war. Der gleichaltrige Wittwer verfügt über einen Vertrag mit Option. Kommt der frühere Thuner bis zum Saisonende auf eine bestimmte Anzahl Partien, wird sich sein Kontrakt verlängern. Der kopfballstarke Innenverteidiger Haggui ist, trotz unkonstanter Leistungen, intern ein Leader. Musavu-King gehört dem italienischen Serie-A-Club Udinese. (pl)

Der FC St.Gallen hat sich mit einem Trainingslager in Andalusien auf die Rückrunde vorbereitet. Auf dem Programm standen auch diverse Testspiele - zuletzt gegen Dynamo Kiew.


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