Zahlenspiele rund um die Super League

SUPER LEAGUE ⋅ Wird Basel trotz YBs Bemühungen wieder Meister? Muss der stolze FC Sion am Ende der Saison absteigen? Ein Blick auf die Erfahrungen der Vergangenheit lässt aus reinen Spekulationen Vermutungen werden.
06. Februar 2018, 04:00

Noch sind in der Super League 16 Runden zu spielen. Aber längst gibt das aktuelle Duell zwischen den Young Boys und dem FC Basel Stoff für Prognosen und Mutmassungen. Wird die grossartige Serie des FCB nach acht Meistertiteln zu Ende gehen? Werden die Young Boys etwas von ihrem aktuellen Vorsprung von fünf Punkten ins Ziel bringen?

Ein Blick in die vorangegangenen Saisons der 2003/04 eingeführten Super League kann ein wenig Licht ins Dunkel bringen. Nach jeweils 20 Runden der verschiedenen Saisons belegten die Basler viermal nicht den 1. Platz. In zwei dieser Fälle wurden sie am Schluss dennoch Meister: Sowohl 2009/10 gegen Leader YB als auch 2012/13 gegen Leader GC drehten sie einen Rückstand von vier Punkten in einen Vorsprung.

Die Basler wurden jedoch nicht Meister, sobald der Rückstand - wie gerade jetzt - nach 20 Runden fünf oder mehr Punkte betrug. Dies war 2006/07 und 2008/09 den Fall. Beide Male verteidigte Zürich einen Vorsprung von acht respektive fünf Punkten.

In der ganzen Zeit kam es ein einziges Mal vor, dass der FCB nach 20 Runden führte, aber zuletzt nicht Meister wurde. Dies war in der Saison 2005/06 so, nach dem denkwürdigen 1:2 zwischen Basel und Zürich in der letzten Runde.

Auch Sion kämpft gegen die Statistik

Ein statistischer Sonderfall bringt den FC Sion derzeit in ernsthafte Bedrängnis. Nie in der Epoche der Super League war nach 20 Runden ein Tabellenletzter mit 17 Punkten derart klar distanziert wie derzeit die Walliser. Ihr Rückstand auf den Vorletzten Luzern beträgt sechs Punkte.

Ein einziges Mal hatte ein Letzter nach dem 20. Spieltag mehr Punkte vorgewiesen als derzeit Sion. Dies war Lugano mit 19 Punkten in der Saison 2015/16. Damit waren die Tessiner jedoch punktgleich mit dem neuntplatzierten Vaduz. Am Schluss stieg ein Dritter ab, nämlich der FC Zürich.

Sions missliche Lage rührt von der allgemeinen Ausgeglichenheit in der Liga her. Klammert man die überlegenen YB und Basel aus, liegen die Mannschaften im Leistungsvermögen dicht beieinander. Gerade in den letzten paar Runden verschafften sich Sions Konkurrenten immer wieder Punkte - manchmal sogar unverhoffte wie in den Beispielen des Thuner Heimsiegs gegen YB oder des jüngsten Auswärtssieges von Lugano gegen Basel. So hat das neuntplatzierte Luzern bereits 23 Punkte geholt - mehr als als jeder andere Vorletzte in den letzten 14 Saisons. Sion muss durch die Statistik gewarnt sein: Bislang konnte sich keine Mannschaft retten, die nach 20 Runden um vier oder mehr Punkte abgeschlagen war. (sda)


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