2500 Teilnehmende, drei Kantone, ein Abenteuer: Diesen Sonntag treffen sich Pfaderinnen und Pfader aus den Kantonen St.Gallen und Appenzell Innerrhoden sowie Ausserrhoden in Jonschwil für das knapp zwei Wochen dauernde Kantonallager, kurz KaLa.
Mit dabei sind auch die Abteilungen Oberrhi Sargans-Wartau, Alvier Buchs und Kamor Rüthi – und zwar mit beachtlichen 150 Teilnehmenden. Offenbar wollte sich niemand diese Chance entgehen lassen. Immerhin fand das letzte KaLa vor 14 Jahren statt.
Doch was können sich Aussenstehende darunter vorstellen? Das Organisationskomitee (OK) bringt es wie folgt auf den Punkt: «Die Kinder und Jugendlichen erleben ein pfaditypisches Lagerprogramm mit Wanderungen, Geländespielen, Lagerfeuern, Basteln, Wasseraktivitäten und vielem mehr. Dabei leben die einzelnen Pfadigruppen nebeneinander auf dem gemeinsamen Lagerplatz. Sie tauschen sich untereinander aus und lernen neue Aktivitäten kennen und treffen Freunde fürs Leben.»
Abteilungsübergreifender Kontakt ist «sehr wertvoll»
Letzteres ist es auch, worauf sich die drei Abteilungen aus der W&O-Region am meisten freuen. Lorna «Pilar» von Burg und Kai «Cluedo» Schwendener meinen etwa, dass ein abteilungsübergreifendes Lager wie das KaLa für Gross und Klein eine gute Vernetzungsmöglichkeit ist und Freundschaften im ganzen Kanton ermöglicht. «Das ist sehr wertvoll», so die beiden.
Die Abteilung Alvier Buchs reist mit 75 Personen nach Jonschwil. Davon sind 15 Wölflinge (6 bis 10 Jahre), 30 Pfaderinnen und Pfader (10 bis 14 Jahre), zwölf Pios (14 bis 16 Jahre) und 18 Leiterpersonen.
Letztere reisen bereits etwas früher an, damit sie vor Ort beim Aufbau und den Vorbereitungen helfen können. Sie werden auch über das Lagerende am 25. Juli hinaus in Jonschwil bleiben. Immerhin muss das Aufgebaute auch wieder abgebaut werden.
«Jedes Pfadilager ist mit viel Aufwand verbunden und braucht viel Engagement von unseren Leiterpersonen und Rovern», sagen von Burg und Schwendener, «bei einem Kantonallager nimmt dies noch grössere Dimensionen an.» Erwachsene und Jugendliche gleichermassen bereiteten sich seit Monaten intensiv aufs KaLa vor.
«Deshalb freuen wir uns, wenn sich die ganze Arbeit auszahlt und wir den Kindern einerseits ein erlebnisreiches und unvergessliches Lager bieten können und das Leitungsteam andererseits die tolle Zusammenarbeit erleben kann», so von Burg und Schwendener.
Ein Sommerlager mit unüblichen Massstäben
Auch Florin «Bamboo» Senti, Abteilungsleiter der Pfadi Oberrhi, weiss, dass die Dimensionen eine Herausforderung sind. Seine Abteilung reist mit 57 Teilnehmenden (35 Wölflinge, 22 Pfaderinnen und Pfader, 21 Leiterpersonen, drei Köchinnen und Köche) ans KaLa, wobei fünf Wölflinge und sechs Leitende eigentlich der Abteilung Ital Reding Bad Ragaz angehören.
Mit so wenigen Wölflingen hätten die Bad Ragazer keine Einheit bilden können, also ist die Zusammenarbeit mit der Pfadi Oberrhi eine willkommene Gelegenheit.
Aber zurück zu den Herausforderungen: «Ein Sommerlager mit 57 Teilnehmenden ist nicht alltäglich und für uns als Leitungsteam strapazierend», sagt Senti.
Hoffentlich gibt es kein allzu grosses Durcheinander.
Natürlich hofft er auch auf ein Lager ohne Zwischenfälle. Auf dem Lagerplatz wird erwartungsgemäss viel Betrieb herrschen. Hinzu kommt, dass viele Abteilungen neben den Zelten auch Lagerbauten stellen werden.
Die Abteilung Alvier etwa baut einen Turm, einen Sarasani (grosses Blachenzelt) sowie eine hölzerne Küche mit Leiterpersonenbereich. Von Burg und Schwendener ergänzen, dass auch die Kinder die Möglichkeit haben, kleine Bauten zu errichten.
Ein Blickfang dürften zudem die «offiziellen» Bauten des KaLa sein, wozu etwa eine grosse Bühne gehört. Zu Weiterem halte sich das OK aber bedeckt. «Was alles gebaut wird, sehen wir erst vor Ort», sagen von Burg und Schwendener, «es wird von einem ‹Lagerdorf› mit Café, Kiosk und sonstigen Holzbauten gemunkelt.» Nicht einmal die Pfadi Oberrhi weiss mehr, obwohl laut Senti ein Abteilungsmitglied im Programmteam des KaLa sitzt.
Es soll genügend Raum für spontane Aktionen bleiben
Stichwort «Programm»: Imposante Bauten allein machen noch kein Lager. Es braucht Aktivitäten. Ein Teil davon wurde vom KaLa-OK geplant. Dazwischen haben die Abteilungen Zeit für eigenes Programm. Hierfür konnten sie bei Bedarf auch Orte wie eine Turnhalle oder ein Waldstück reservieren.
«Uns ist wichtig, dass die Teilnehmenden sowohl spannende Erlebnisse sammeln als auch genügend Freiraum für spontane Aktivitäten und Austausch haben», sagen die Abteilungsleiterinnen der Pfadi Kamor, Anna «Nameiki» Kobler und Emma «Nahari» Steiner. Sie reisen mit 18 Pfaderinnen und Pfadern nach Jonschwil.
Ihre «Gspänli» aus Buchs geben Einblick, wie ein solches Abteilungsprogramm aussehen könnte: klassische Lageraktivitäten wie Sport- und Geländespiele, aber auch Traditionen wie abendliche «Sing Song» und die Versprechensfeier.
Dass das vom KaLa-OK organisierte Programm unter anderem zum Märliweg oder dem Baumwipfelpfad führt, kommt indes nicht von ungefähr – das Lagermotto «Tatzä» nimmt die Teilnehmenden mit auf eine Reise durch eine Märchenwelt mit sprechenden Bären.
«Das Lager ist in ‹NachBÄRschaften› aufgeteilt. Jede davon hat einen eigenen Dorfplatz», berichtet Senti. Die Abteilung Oberrhi etwa ist mit sieben anderen Abteilungen zusammen. Damit sind unvergessliche Bekanntschaften vorprogrammiert.
Oder aber es werden alte Bekanntschaften wiederbelebt. Denn wie sowohl Senti als auch Kobler und Steiner schreiben, freuen sie sich darauf, Freundinnen und Freunde aus anderen Abteilungen oder von vergangenen Kursen wiederzusehen.
150 Pfaderinnen und Pfader aus der Region reisen ans Kantonallager