Wandern zählt zu den liebsten Freizeitbeschäftigungen von Urs Jenni und seiner Frau Doris. Bis vor Kurzem hat der Grabser die Wanderwege genutzt wie Tausende andere auch, ohne sich dabei besondere Gedanken zu machen. Seit Anfang dieses Jahres hat sich dies geändert. Urs Jenni ist der Nachfolger von Paul Knupp (Gams), der 18 Jahre lang Regionsleiter der Werdenberger Wanderwege war.
3400 Wegweiserstandorte werden betreut
415 Kilometer Wanderwege gibt es im Werdenberg. Jenni nutzt und sieht sie unterdessen anders als früher. Sind die Signalisationen komplett, am richtigen Ort, gut sicht- und lesbar? Solche und andere Fragen gehen ihm durch den Kopf. Dabei kommt er, wie schon sein Vorgänger, zum Schluss: Die Werdenberger Wanderwege sind gut in Schuss.
Das ist auch das Verdienst der rund 150 Technischen Mitarbeitenden des Vereins St.Galler Wanderwege, die für die Signalisation der Wanderwege zuständig sind. Schäden an den Wanderwegen werden nicht von ihnen, sondern von Mitarbeitenden der Werkhöfe, der Forstämter oder der Verkehrsvereine behoben.
Werdenberg liegt mit 415 Kilometern Wanderwegen auf Rang zwei
Die St.Galler Wanderwege sind ein Verein, dessen Tätigkeiten von über 3000 Gönnermitgliedern unterstützt werden, darunter sämtliche Gemeinden und grösseren Verkehrsvereine sowie etwa 150 Aktivmitglieder. Statutengemäss obliegen dem Verein folgende Aufgaben:
- Planung, Schaffung, Ausbau und Markierung sowie Kontrolle eines Wanderwegnetzes nach den Richtlinien der Schweizer Wanderwege/Astra.
- Organisation und Führung von Wanderungen und Förderung des Wanderns durch alle für diesen Zweck geeigneten Mittel.
Das Netz der St.Galler Wanderwege ist 4400 km lang, davon sind 800 km Bergwanderwege und 27 km Alpinwanderwege, der Rest sind Wanderwege im Talgebiet. Die markierten Wanderwege im Kanton St.Gallen verteilen sich auf 14 Regionen. Mit 528 Kilometern Wanderwegen weist die Region Sarganserland–Tamina das grösste Netz aller 14 Wanderwegregionen auf, gefolgt von der Wanderregion Werdenberg mit 415 Kilometern.
Von diesen 415 km sind 298 km Wanderwege, 115 km Bergwege und 2,3 km Alpinwege. 110 km der Werdenberger Wanderwege haben einen Hart- und 305 km einen Naturbelag .(she)
Die Technischen Mitarbeitenden der St.Galler Wanderwege betreuen 3400 Wegweiserstandorte, die über Wegkategorie, Ziel- und gegebenenfalls Zeitangaben der Routen informieren. Von diesen Wegweiserstandorten werden jedes Jahr etwa 200 erneuert. Die Freiwilligen ersetzen zudem etwa 500 Richtungszeiger, bringen 1200 Klebe- und Metallrhomben an und verbrauchen 1000 Kilo Farben für Markierungen.
Lob für das Engagement der Freiwilligen
In der Wanderwegregion Werdenberg gibt es 13 Technische Mitarbeitende, je drei in Sennwald und Grabs, je zwei in Sevelen, Gams und Wartau und einen in Buchs. Urs Jenni ist ihr Regionsleiter. Der Grabser hat die Technischen Mitarbeitenden an der Frühjahrstagung kennengelernt und steht in engem Kontakt mit ihnen. Er lobt die Freiwilligen:
Sie sind sehr engagiert. Im Frühling warten sie richtig darauf, mit ihrer Arbeit beginnen zu können. Diese Leute machen weit mehr, als sie müssten. Es ist schön, mit ihnen zusammenzuarbeiten.
Urs Jenni (Jahrgang 1961) hat einst Mechaniker gelernt und sich danach zum Entwicklungsingenieur weitergebildet. Vor seiner Frühpensionierung vor rund einem Jahr war er Professor und Leiter des Schweizerischen Instituts für Entrepreneurship der Fachhochschule Graubünden.
Als er angefragt wurde, ob er die Nachfolge von Paul Knupp antreten möchte, zögerte er nicht lange. Zeit hatte er ja, und ausserdem interessierte ihn das Thema. Jenni hält sich viel in der Natur auf, er wandert, klettert, macht Skitouren, fährt Mountainbike. Ausserdem ist er seit Jahren Mitglied des SAC und der Rettungskolonne Sax.
Zuständig für den Aufgabenkatalog
Der Regionsleiter ist vor allem administrativ tätig, er erstellt die Aufträge für die Technischen Mitarbeitenden, die jedes Jahr das gesamte Wanderwegnetz, für das sie zuständig sind, ablaufen und dabei die Signalisationen kontrollieren. Diese Kontrollgänge werden protokolliert und an Urs Jenni weitergeleitet. Daraus entsteht der Aufgabenkatalog: Wo müssen Signalisationen erneuert oder ersetzt, nachgemalt oder umplatziert werden usw.
Zur Aufgabe des Regionsleiters gehört die Kontrolle, ob die Technischen Mitarbeitenden ihre Aufgaben auch wahrnehmen. Urs Jenni verwaltet zudem die Materialbestellungen und kontrolliert die Kostenaufteilungen der Abrechnungen zwischen Gemeinden und Kanton, denn die Technischen Mitarbeitenden sind nicht nur für die lokalen offiziellen Wanderwege, sondern auch für die kantonalen Wanderwege in ihrem Gebiet zuständig.
Unterschiedliche Schreibweisen angleichen
Richtungszeiger und Bestätigungstafeln sowie Kleinmaterial für deren Befestigung sind in lokalen Depots vorrätig, ebenso Farbe und Malutensilien. Für beschädigte oder fehlende beschriftete Wegweiser macht Jenni Sammelbestellungen zuhanden der Geschäftsstelle der St.Galler Wanderwege.
Ausserdem gleicht er die Orts- und Landschaftsbezeichnungen auf Swisstopo (offizielles Geoinformationszentrum der Schweiz) mit den Angaben auf den Wegweisern in der Region Werdenberg ab. Dabei sollte es keine unterschiedlichen Schreibweisen geben, wie etwa Palfris und Palfries.
415 Kilometer im Blick: Urs Jenni ist neuer Chef der Wanderwege