An der kommenden Mitgliederversammlung von Toggenburg Tourismus wird der langjährige Geschäftsführer Christian Gressbach verabschiedet. Er verlässt die Organisation Ende Juni, Nachfolgerin Rebecca Scheidegger steht bereit. Nachdem an der letztjährigen Versammlung bereits das Präsidium von Max Nadig zu Bruno Fläcklin wechselte, ist im Geschäftsbericht von einem Jahr der Veränderungen und Erneuerungen die Rede.
Allerdings – ein altbekanntes Thema lässt der Organisation keine Ruhe: die getrennten Skigebiete im Obertoggenburg. Zuhanden der Mitgliederversammlung vom 9. Juni wurde ein Antrag eingereicht, der dieser Zeitung vorliegt. Damit soll der Vorstand von Toggenburg Tourismus beauftragt werden, ein Projekt zur Verbesserung der skitouristischen Zusammenarbeit im Obertoggenburg zu prüfen.
Ziel dieses Projekts soll es insbesondere sein, zwei Anliegen zu evaluieren und nach Möglichkeit voranzutreiben: die Wiedereinführung eines gemeinsamen Skitickets für die Skigebiete Wildhaus/Gamserrugg und Chäserrugg sowie die Wiederinbetriebnahme der Verbindungspisten 13 und 14.
Protestmarsch durch die Skigebiete
Eingereicht hat den Antrag Harald Jenny, der im vergangenen Sommer mit einer Protestgruppe für Aufsehen sorgte. Im Namen einer Facebook-Gruppe mit fast 1300 Mitgliedern veranstaltete er einen Protestmarsch auf der nicht mehr existierenden Verbindungspiste vom Chäserrugg zur Gamsalp. Dabei schlug die Gruppe den Bergbahnen Wildhaus und den Toggenburg Bergbahnen drei Lösungsmodelle für ein Kombi-Ticket vor.
Schon an der letztjährigen Mitgliederversammlung von Toggenburg Tourismus wollte die Gruppe die Organisation beauftragen, auf die Wiederherstellung der Pisten 13 und 14 hinzuwirken. Weil der Antrag damals aber nicht rechtzeitig an die Mitglieder verteilt wurde, konnte nicht darüber abgestimmt werden.
Dieses Jahr wurde der Antrag fristgerecht verteilt, wie Tourismus-Präsident Bruno Fläcklin bestätigt. An der Versammlung werde darüber beraten und abgestimmt. «Der Vorstand von Toggenburg Tourismus hat den Antrag an seiner Sitzung diskutiert und wird anlässlich der Mitgliederversammlung Stellung beziehen», teilt Fläcklin mit.
Thema soll im Gespräch bleiben
Obwohl an der vergangenen Mitgliederversammlung nicht über den Antrag abgestimmt werden konnte, versprach der Vorstand damals, das Anliegen zu besprechen und zu informieren. «Die Rückmeldung ging aber nur an mich, nicht an alle Mitglieder», sagt Jenny. Und zum Inhalt: «Im Prinzip haben sie gesagt: ‹Wir können nichts machen.›»
Am 9. Juni stimmen die Mitglieder auch über eine Änderung der Statuten von Toggenburg Tourismus ab. Demnach versteht sich die Organisation als Entwicklungsplattform für die Destination, wie Jenny zusammenfasst. Der Verein soll unter anderem wertschöpfungsrelevante Potenziale erkennen, überbetriebliche Entwicklungen unterstützen sowie als Moderator und Ermöglicher zwischen Akteuren wirken. «Genau in diesen Aufgabenbereich fällt die skitouristische Zusammenarbeit im Obertoggenburg», betont Jenny.
Toggenburg Tourismus sei für die Moderation dieses Prozesses auch deshalb besonders geeignet, weil beide Bergbahnunternehmen im Vorstand vertreten sind. Der Antrag verlange nicht, dass Toggenburg Tourismus unternehmerische Entscheide der Bergbahnen ersetze. «Es muss auch keine Fusion sein», sagt Jenny. «Es kann eine Zusammenarbeit zwischen gleichwertigen Partnern entstehen.»
Für ihn ist wichtig, dass das Anliegen im Fokus bleibt. «Wenn die beiden Bergbahnunternehmen spüren, dass in der breiten Bevölkerung der Wunsch nach einer Zusammenarbeit da ist, ist schon viel erreicht.» Er habe noch niemanden gefunden, der die Trennung zwischen den Skigebieten sinnvoll findet. «Ich hoffe, irgendwann kommt irgendjemand zur Vernunft.»
Antrag eingereicht: Toggenburg Tourismus soll im Bergbahnen-Streit vermitteln