Artenspürhund sucht an Thur und Necker nach Fischottern | W&O

Toggenburg 28.01.2026

Artenspürhund sucht an Thur und Necker nach Fischottern

Nachdem erstmals wieder Fischotter in der Linthebene nachgewiesen werden konnten, sucht der Kanton St.Gallen in den nächsten Wochen auch an der Thur und am Necker nach Spuren dieses geschützten Tieres.

Von lsf
aktualisiert am 28.01.2026
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Um 1900 war die Fischotterjagd in der Schweiz hoch im Kurs – und staatlich gefördert oder gar initiiert. Weil der Otter ein Nahrungskonkurrent der Menschen ist und die Erträge der Fischer schmälerte, wurde damals per Gesetz beschlossen, dass «fischereischädliche Tiere» in der Schweiz ausgerottet werden sollen.

Nach langjährigen Bemühungen von Naturschützern wurde der Otter 1952 zwar unter Schutz gestellt. Doch wegen der schwindenden Population und wohl auch wegen Gewässerverschmutzungen und Eingriffen in seinen Lebensraum galt der Fischotter ab 1989 in der Schweiz als ausgestorben.

Seit 2009 werden in der Schweiz aber wieder vermehrt Tiere gesichtet oder nachgewiesen, die vermutlich aus Nachbarländern eingewandert sind. Vor allem im St.Galler Rheintal fühlt sich der Fischotter heute wieder heimisch, wie mehrere Nachweise zeigen. Das Amt für Natur, Jagd und Fischerei des Kantons St.Gallen teilte vor wenigen Tagen mit, dass nun auch am Ufer der Linth bei Benken und Umgebung Fischotterlosungen gefunden wurden. Dafür war ein Team von Fischotterspezialisten mit einem speziell ausgebildeten Artenspürhund im Einsatz.

Kotproben und Kameras unter Brücken

Gegenüber «TVO» sagt Dominik Thiel, Leiter des Amts für Natur, Jagd und Fischerei: «Wir haben jetzt schon erste Hinweise von verletzten Fischen an der Thur und am Necker. In den nächsten Wochen werden wir mit den Artenspürhunden schauen gehen, ob wir auch dort schon sichere Nachweise erbringen können.» Mit «verletzten Fischen» meint Thiel Fische, die Bissspuren eines Otters aufweisen.

Bei Kotproben, welche der Artenspürhund finden soll, kann mit der genetischen Analyse sogar ein einzelnes Individuum identifiziert werden. Eine andere Art des Nachweises sind Fotofallen. Manuel Kobelt, ein Natur- und Tierfreund aus Grabs, hat im Rahmen eines Projekts für den Kanton Kameras unter Brücken des Werdenberger Binnenkanals montiert. Er erklärt gegenüber «TVO»: «Der Fischotter markiert gerne unter Brücken, weil es dort trocken ist. So halten seine Markierungen länger.» Das Tier sei sehr brückenorientiert, was den Einsatz von Kameras vereinfache.

Kobelt hat zudem schon selbst mehrere Kotproben von Fischottern eingeschickt. Das Amt für Natur, Jagd und Fischerei bittet darum, Fischotternachweise der zuständigen kantonalen Wildhut zu melden. Der Winter sei die beste Zeit, diese sehr versteckt und unauffällig lebende Art nachzuweisen. Weil der Fischotter nicht nur scheu, sondern auch vornehmlich dämmerungs- und nachtaktiv ist, sind seine Spuren die beste Möglichkeit, ihn zu finden.