«Bequemer als Skischuhe»: Schülerinnen und Schüler trainieren mit Dario Cologna auf dem Ricken | W&O

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«Bequemer als Skischuhe»: Schülerinnen und Schüler trainieren mit Dario Cologna auf dem Ricken

Der Olympia-Sieger hat Kindern auf der Rickenloipe den Wintersport nähergebracht. Strahlende Gesichter und viel Sonnenschein haben den Anlass geprägt.

Von Jessy Nzuki
aktualisiert vor 1 Stunde
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«Go go go!» Dario Cologna feuert die Schülerinnen und Schüler an. Sie stehen auf dünnen Skiern. Der Schnee knistert unter ihren Bewegungen. Sie fahren ein Rennen mit kleinen Hindernissen. Auf dem Ricken findet der «Dario Cologna Fun Parcours» statt.

Einen Vormittag lang dürfen sich die Kinder im Langlaufen ausprobieren. Am Dienstagvormittag hat der ehemalige Skilangläufer die Kinder dabei unterstützt. Der 39-jährige Bündner ist vierfacher Gesamtweltcup-Sieger und gewann viermal Olympia-Gold.

Langläufer Dario Cologna trainiert mit 100 Kindern auf dem Ricken.
Langläufer Dario Cologna trainiert mit 100 Kindern auf dem Ricken.
Benjamin Manser

Die Anlässe des «Dario Cologna Fun Parcours» gibt es in der ganzen Schweiz. Ricken ist, gemäss Markus Rüegg, Präsident der Rickenloipe, schweizweit der grösste Austragungsort. Eine Woche lang besuchen Schülerinnen und Schüler für je einen halben Tag die Loipe. Gut 1000 Kinder dürfen diese Woche auf dem Ricken das Langlaufen kennenlernen. Die Veranstalter laden Schulen aus der Region dazu ein. Teilnehmen können Primarklassen ab der ersten Stufe bis hin zur dritten Oberstufe.

Die Kinder fahren in Einerkolonne. Eines übt sich im klassischen Langlaufen, das nächste wagt die Skating-Variante. Immer mal wieder fällt jemand hin. Für viele ist es das erste Mal auf den Langlaufski. «Am schnellsten lernen die Kinder intuitiv», sagt Rüegg. Der Morgen startet damit, dass sich die Kinder gleich mal auf die Ski stellen und es den Langlauflehrpersonen nachmachen.

Die Kinder geben ihr Bestes.
Die Kinder geben ihr Bestes.
Benjamin Manser

Um sie spielerisch mit den dünnen Skiern vertraut zu machen, spielen die Kinder eine Runde fangen. «Das geht ratzfatz und sie haben es im Griff», sagt Rüegg und schmunzelt. Nur zwei Erklärungen geben die sechs Lehrpersonen: in die Knie gehen wegen der Hügel und Körperschwerpunkt leicht nach vorn richten. Den Rest würden die Kinder einfach selbst machen.

Den Kindern hat's gefallen

«Ich bin tausendmal hingefallen», ruft ein Schüler seinen Freunden zu. Die Gruppe fährt über eine kleine Brücke, die über den Fluss mitten im Schnee führt. Am Rande des Feldes lassen sie sich am Schräghang auf den Boden fallen. Andere lösen ihre Schuhe aus den Skiern und holen sich ihre Wasserflaschen. Viele lachende Gesichter mit rosigen Wangen sind zu sehen.

Dario Cologna gibt den Nachwuchssportlern Tipps.
Dario Cologna gibt den Nachwuchssportlern Tipps.
Benjamin Manser

Auf die Frage, wie es denn war, lauten die Antworten: «Super!» «Cool!» «Es hat so Spass gemacht.» Die meisten standen zum ersten Mal auf den Langlaufskiern. Obwohl sie ab und zu hingefallen sind, steht für sie fest, dass es ein toller Morgen war. Sie können sich vorstellen, mal wieder Langlaufen zu gehen. Denn einen klaren Vorteil habe es: «Diese Schuhe sind bequemer als Skischuhe», sagt eine Drittklässlerin.

Vom Ricken nach Milano Cortina

Auch für Cologna war es ein gelungener Vormittag. «Die Kinder sind sehr motiviert», sagt er. Vor allem bei den Kleinen sehe man, dass sie Freude haben am Schnee und an der Bewegung. Für ihn als Langläufer sei es natürlich schön, dass sie den Sport ausprobieren.

Drei Schulklassen dürfen sich noch auf einen besonderen Höhepunkt freuen: einen Tag Spiel und Spass mit dem Skistar. Beim klassischen Sprint, den sie veranstalten, messen sie zwar die Zeit der Schülerinnen und Schüler. Jedoch entscheidet das Los, welche Schülerinnen und Schüler im Sommer einen Tag mit Cologna verbringen dürfen.

Für Cologna geht es am Mittwoch weiter an die Olympischen Winterspiele in Milano Cortina. Dort wird er das Langlauf-Expertenteam des SRF ergänzen. «Ich freue mich darauf, zum ersten Mal als Nicht-Aktiver bei den Olympischen Spielen dabei zu sein.» Und wer weiss, vielleicht wird in Zukunft mal eines der Kinder, die am Dienstag den Langläufer kennenlernen durften, in seine grossen Fussstapfen treten.