Bergretter trainieren Einsätze im alpinen Gelände | W&O

Sax vor 1 Stunde

Bergretter trainieren Einsätze im alpinen Gelände

Auf der Roslenalp trafen sich kürzlich Bergretterinnen und Bergretter aus der Region zu einem Sommerkurs.

Von PD
aktualisiert vor 1 Stunde

Nach ihrem zweistündigen Marsch mit schweren Rucksäcken, gefüllt mit viel alpintechnischem Material, begrüssten die Kursleiter Simon Heeb und Dominik Suntinger die Teilnehmer der zweitägigen Weiterbildung und gaben die Ziele des Kurses bekannt: Technische Abläufe festigen sowie neues Material und dessen Anwendung erproben. Die grösste Aufmerksamkeit galt wie immer der Sicherheit, heisst es in einer Mitteilung.

Die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer vor der Roslenalphütte.
Die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer vor der Roslenalphütte.
PD

Während Wanderer und schnelle Sportlerinnen den Weg zum Mutschensattel bevölkerten, hätten die Retter Verankerungssysteme im steilen Gras getestet oder in Kurzübungen die verschiedenen Stabilisierungs- und Abtransportmöglichkeiten für verunfallte Personen angewendet. Trotz böiger Winde waren in den Felswänden und auf den Graten der Kreuzberge Kletterer unterwegs.

Komplexe Handgriffe an der Felswand

Aus ebenso steilem Fels ertönten die Kommandos der Kursteilnehmer, welche die Seilhandhabung, die Fortbewegung und den Patiententransport im senkrechten Gelände übten. Als besonders interessant und lehrreich erwies sich der Posten, bei dem die Kraftübertragung auf eine Trage über eine komplizierte, längere Seilstrecke getestet wurde.

Am Abend waren die neuen Erscheinungsformen im Bergtourismus deutlich erkennbar: Hoch über der Saxerlücke schien jeder mögliche Zeltplatz in exponiertestem Gelände besetzt zu sein, an verschiedensten Orten biwakierten Leute. Meist sind dies junge Menschen, denen oft jedes Wissen von alpinen Gefahren fehlt. Dies gelte nicht als Vorwurf, sondern als Feststellung. Denn es sei durchaus begrüssenswert, dass diese Leute Strapazen auf sich nehmen und die Natur lieben lernen, heisst es weiter. Das damit zusammenhängende Risiko ist inzwischen sicher allen Rettungsorganisationen bewusst. Die Bergretterinnen und -retter jedoch waren nach diesem Arbeitstag froh, die stürmische Nacht in der gemütlichen Roslenalp verbringen zu können.

Bergung aus einer Höhle als reales Szenario

Für den Sonntag war eine Einsatzübung am Chraialpfirst vorbereitet. Aus dem Eingangsportal einer Höhle galt es, eine Person zu bergen und danach in der Rettungstrage über senkrechten Fels, Steilgras und Schnee nach oben zu ziehen. Dabei mussten die Erkenntnisse über Verankerungssysteme, Verletztentransport und Seiltechnik im alpinen Gelände angewendet werden.

Bei der Schlussbesprechung galt der Dank der Kursleitung allen Rettern für ihre sichere Arbeit und ihren Einsatz sowie dem Team der Rettungskolonne Sax, welche die Roslenalp bereits seit 50 Jahren als einfache Bergwirtschaft an Wochenenden betreibt.