In der Weiterbildung des BZBS ist die Künstliche Intelligenz (KI) seit geraumer Zeit ein grosses Thema. Marcel Brändli, Leiter Abteilung Weiterbildung, ist stolz, früh auf die Entwicklung gesetzt zu haben: «Gemeinsam mit dem KI-Studio aus Rebstein bieten wir einen Grundlehrgang und einen Intensivlehrgang mit acht Modulen an.
Dazu kommen drei- bis viermal pro Jahr öffentliche Abendveranstaltungen zu aktuellen Entwicklungen.» Zudem arbeite das Team an einem E-Learning, das zuerst den eigenen Studierenden dienen und später extern angeboten werden soll.
Auch die Vernetzung der verschiedenen Institutionen am Hightech Campus Buchs wächst. Gemeinsam mit der Ostschweizer Fachhochschule OST ist ab März eine Seminarreihe zum Thema KI in Sargans geplant, heisst es in einer Medienmitteilung. Damit will das BZBS seine Positionierung gemeinsam mit Partnerinstitutionen sichtbar machen. BZBS-Rektor Daniel Miescher bringt die Haltung der Schulleitung auf den Punkt: «Wir erkennen Innovation als Chance und schaffen gemeinsam neue Angebote.»
KI zwischen Nutzen und Verantwortung
In der Grundbildung ist KI bereits angekommen. Wie intensiv sie im Unterricht eingesetzt wird, hänge oft von der einzelnen Lehrperson ab. Gleichzeitig baue das BZBS die Weiterbildung für Lehrpersonen aus. Bei Tests würden Fragen teils mit einem KI-Tool aus Unterlagen generiert. Die Verantwortung für die Qualität der Fragen bleibe jedoch bei den Lehrpersonen.
Die Schule sieht im Unterricht eine zentrale Herausforderung. Lernende können Aufgaben unreflektiert an eine KI auslagern und damit den Lernprozess umgehen, heisst es in der Mitteilung weiter. Dies sei jedoch nicht das Ziel. Letztlich sei KI ein Hilfsmittel und die Verantwortung bleibe beim Menschen. «Darum geht es bei uns nicht um Verbote, sondern um Anleitung. Kritisches Denken, Lesekompetenz und ein bewusster Umgang mit Ergebnissen werden wichtiger», weiss Stefan Gurtner, Leiter Abteilung Grundbildung.
Lehrpersonen setzen neue Tools ein
Konkret eingesetzt wird KI beispielsweise im Unterricht der Lernenden für den Detailhandel. Dort arbeitet eine Lehrperson an einem KI-Agenten, der ein Reklamationsgespräch simuliert. Lernende trainieren damit den Umgang mit einem anspruchsvollen Kunden und erhalten direkt Rückmeldungen. «Die Lehrperson vermittelt weiterhin Grundlagen, rückt in der Trainingsphase aber stärker in eine Coach- und Beraterrolle», erklärt Stefan Gurtner. Er sieht darin keinen Bedeutungsverlust der Lehrperson, sondern eine Verschiebung der Akzente. Fachwissen, Einordnung und Begleitung bleiben zentral.
Verändern dürfte sich vor allem die Beurteilung der Lernenden. Schriftliche Prüfungen zeigen immer weniger, was ein Lernender selbst erarbeitet hat. Darum werden konkrete Berufssituationen, Diskussionen und mündliche Formate bei Lernkontrollen immer wichtiger.
Verwaltung lernt mit und baut Leitplanken
Auch in der Verwaltung wird KI bereits genutzt, etwa für Protokolle, Textarbeit, Marketing oder Bildbearbeitung. Marco Thoma, Leiter Verwaltung, beschreibt den Wissensstand in seinem Team als sehr unterschiedlich. Letztlich ist es wie bei allen anderen Themen und Erneuerungen: Die einen interessieren sich brennend und wollen auf dem neuesten Stand sein, andere stehen Veränderungen kritischer gegenüber.
«Ein Sensibilisierungstag zeigte eindrücklich, wie weit das Vorwissen auseinanderliegt und wie wichtig es ist, Ängste abzubauen und Mitarbeitende mitzunehmen», erklärt Marco Thoma im Gespräch weiter: Sein Bild dafür ist klar und treffend:
Entweder wird man von der KI-Welle überrollt oder man lernt auf dieser Welle zu reiten.
Genau diese Haltung soll nun in einem schlanken KI-Leitfaden festgehalten werden, den das BZBS mit der PH St. Gallen erarbeitet.
BZBS setzt bei KI auf Bildung, Praxis und Haltung