Cyberkriminelle fordern zehn Millionen Franken Lösegeld von Stadler | W&O

Ostschweiz 21.07.2026

Cyberkriminelle fordern zehn Millionen Franken Lösegeld von Stadler

Hacker haben sich Zugriff auf eine Datenaustauschplattform des Thurgauer Zugherstellers Stadler verschafft. Es seien aber keine sicherheitsrelevanten Informationen gestohlen worden. Auf einen Erpressungsversuch geht Stadler nicht ein.

Von Kaspar Enz
aktualisiert am 21.07.2026

Mitte Juli 2026 haben sich Cyberkriminelle Zugriff auf eine Plattform verschafft, über die Stadler mit einem Zulieferbetrieb Daten austauscht. Der Zugriff erfolgte laut Stadler über kompromittierte Zugangsdaten. Die Täter, eine Organisation von Cyberkriminellen, die sich Everest Group nennt, fordern in einem Bekennerschreiben ein Lösegeld in Höhe von zehn Millionen Schweizer Franken. Stadler teilt mit: 

Stadler zahlt unter keinen Umständen ein Lösegeld und ist somit nicht erpressbar.

Zudem habe das Unternehmen bei der Kantonspolizei Thurgau Strafanzeige gegen die Everest Group eingereicht.

Tatsächlich scheint sich der angerichtete Schaden in Grenzen zu halten. Bei den Informationen, zu denen sich die Cyberkriminellen Zugang verschafften, handle es sich um spezifische technische Daten. Diese seien aber nicht sicherheitsrelevant. Die IT-Systeme von Stadler selbst seien nicht kompromittiert. Der Betrieb der Stadler-Schienenfahrzeuge sowie die Produktion bei Stadler laufe normal weiter. Es seien auch keine personenbezogenen Daten gestohlen worden.

Bereits 2020 von Angriff betroffen

Der aktuelle Fall ist nicht der erste Cyberangriff auf das Ostschweizer Industrieunternehmen. Bereits im Mai 2020 hatten sich Hacker Zugang zu Stadler-Systemen verschafft und angeblich 10'000 Dokumente im Umfang von vier Gigabyte gestohlen. Die Cyberkriminellen forderten ein Lösegeld von sechs Millionen Dollar in Bitcoin. Als Stadler nicht zahlte, veröffentlichten die Hacker mehrere vertrauliche Dokumente im Internet.