Auf der Zielgeraden zu einem vollen Haus sei man, so hiess es beim Sponsoren- und Medienapéro, zu welchem die Genossenschaft der Werdenberger Schlossfestspiele (WSFS) am Donnerstag nach Buchs eingeladen hatte. Es gebe aber noch viel zu tun bis zum Premièrenabend vom Freitag, 7. August, relativierte Beni Dürr, Präsident der WSFS. Die Vorarbeit sei geleistet, nun gehe es in die finale Phase. Am 9. Juli bereits beginnen die Proben mit den Solistinnen und Solisten.
Opernneuling versus erfahrener Operndirigent
Erst trafen sich die Gäste am Werdenbergersee, am Uferplatz, wo bald mit dem Aufstellen der Bühne begonnen wird, zur Besichtigung vor Ort; dann zogen sie weiter in den Eiskeller des Gasthauses Traube. Unter den Gästen befanden sich Vertreter des Hauptsponsors St. Galler Kantonalbank, Teag Advisors, Verdunova, Enggist Medical Fitness, Märk Architektur sowie FKL & Partner, 2sic und Maezy. Viele weitere Sponsoren unterstützen die WSFS mit namhaften Beiträgen.
Nebst Sponsoringvertreterinnen und -vertretern waren auch Regisseurin Raphaela Wagner und Dirigent Gion Gieri Tuor anwesend. Die 27-jährige Regisseurin, Filmemacherin, Drehbuchautorin und Förderpreisträgerin der St. Gallischen Kulturstiftung 2025 plauderte ein wenig aus dem Nähkästchen über die Dramaturgie der Inszenierung. Boston werde ins Städtchen Werdenberg verlagert, und auch hier erlägen die Protagonisten dem Schicksal, den Intrigen und der Liebe – ganz opernlike. Doch zu viel wolle sie noch nicht verraten, so die Regisseurin.
Für Raphaela Wagner ist es ihre erste Operninszenierung überhaupt. Dass sie eine professionelle Storytellerin ist, erkennt man schnell. Ihre Grossmutter sei ihr grösster Fan, verriet sie. Seit sie Förderpreisträgerin sei, müsse sie ihre Arbeit für Bühne und Film aber niemandem gegenüber mehr rechtfertigen, meinte die mittlerweile in London lebende Drehbuchautorin aus Trübbach mit einem Lachen.
Der Bündner Dirigent Gion Gieri Tuor, bekannt als Gründer und künstlerischer Gesamtleiter der Opera viva in Obersaxen, der nun erstmals eine Oper in Werdenberg dirigiert, kann auch als Entdecker von Ihor Siryi in Bezug auf die diesjährige Verdi-Oper bezeichnet werden.
Heute Küchendienst, morgen Opernsolist
Der Ukrainer, der vor zwei Jahren in der Schweiz ankam, ist Absolvent der National University of Arts in Kharkiv und sang schon auf mehreren Bühnen in Europa als Mitglied eines Chors oder performte als Musicaldarsteller auf. Der Präsident der WSFS stellte Siryi kurz vor, bevor dieser wieder in den Küchendienst abberufen wurde. Denn dort arbeitet er «in seinem normalen Leben» – als Mitarbeiter im Gasthaus Traube am Frühstücksbuffet und in der Hauptküche. Er wird im August an zehn Abenden nicht nur im Chor mitsingen, sondern auch eine Solistenrolle übernehmen – jene des Silvano. «Ich fühle mich geehrt und freue mich extrem», sagt der Ukrainer.
Im August werden auf der Bühne zusammen mit dem Opernchor und dem Orchester rund 100 Mitwirkende zu sehen sein, davon über 50 Musikerinnen und Musiker.
Beim Apéro kam es zum anregenden Austausch zwischen Sponsoringvertretern und Kulturschaffenden sowie den Organisierenden, die hinter den administrativen Kulissen der Festspiele stehen. Am Ende der Veranstaltung waren die Sponsoringvertreter (unter ihnen auch ein Mäzen aus der Region, der namentlich nicht genannt werden möchte) beeindruckt. Das bevorstehende Kulturereignis habe sie noch mehr in den Bann gezogen, die Vorfreude sei gross, so der Grundtenor. Die St. Galler Kantonalbank hat bereits vor Monaten eine ganze Vorstellung für sich und ihre Kunden gebucht (jene vom 21. August).
Spielraum für Zusatzvorstellung
Für alle anderen Abende sind noch Tickets erhältlich. Sollte es am Ende aufgrund der hohen Nachfrage zu einer Zusatzvorstellung kommen, so würde man sich diesen Spielraum schaffen, so der Präsident auf Anfrage.
Hinweis: Ticketvorverkauf auf www.schlossfestspiele.ch/tickets
Das Opernfieber im Werdenberg steigt von Tag zu Tag