Das regionale Gewerbe ist «solid und zuverlässig»: Die Zahlen im 2022 machen Raiffeisen Freude | W&O

26.01.2023

Das regionale Gewerbe ist «solid und zuverlässig»: Die Zahlen im 2022 machen Raiffeisen Freude

Die Raiffeisenbanken im Werdenberg und Sarganserland blicken auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2022 zurück, das trotz Turbulenzen von Erfolg gekrönt ist.

Von armando.bianco
aktualisiert am 28.02.2023
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Die Bilanzsumme ist um 1,17 Prozent auf 3,974 Milliarden Franken gestiegen, die Summe der Kundengelder um 1,63 Prozent auf 2,997 Milliarden Franken, der Jahresgewinn um satte 11,58 Prozent auf 6,655 Millionen Franken. Diese und weitere Schlüsselzahlen lassen die Raiffeisenbanken im Werdenberg und Sarganserland auf ein «sehr erfreuliches und erfolgreiches Ergebnis im Geschäftsjahr 2022» zurückblicken, wie Sandro Uhlmann, Vorsitzender der Bankleitung der Raiffeisenbank Werdenberg, gestern vor den Medien sagte. Lediglich in einem Segment musste man einen Rückgang hinnehmen: Infolge der turbulenten Finanzmärkte reduzierte sich das Depotvolumen um 8,1 Prozent auf neu 521 Millionen Franken.

Mehr Eigenkapital, mehr Angestellte

Die vier Raiffeisenbanken konnten letztes Jahr die Eigenkapitalbasis nochmals deutlich steigern. Das ausgewiesene Eigenkapital erhöhte sich von 340 auf 360 Millionen Franken.
 Entwicklung der Kundengelder 2022 in Mio CHF. Grafik: eb
Entwicklung der Kundengelder 2022 in Mio CHF. Grafik: eb
Den Bestand an Mitarbeitenden hat man um drei Personen auf 120 erhöht. Die Zahl der Genossenschafter lag Ende 2022 bei 30770, im Vorjahr waren es 30781.

Ende der Tiefzinsphase bringt florierendes Geschäft

Das Zinsengeschäft ist nach wie vor der wichtigste Ertragspfeiler, erhöhte sich der Zinserfolg doch um 6,99 Prozent. Als Hauptgründe werden der Volumenzuwachs bei den Kundenausleihungen sowie das Ende der Tiefzinsphase genannt. Das florierende Zinsgeschäft hängt laut Remo Marthy, Vorsitzender der Bankleitung der Raiffeisenbank Walenstadt, nicht zuletzt auch mit der Zinserhöhung der Nationalbank zusammen. Das Jahr 2022 betrachtet er als «turbulent und herausfordernd», insgesamt aber von Erfolg gekrönt. Aus dieser Optik seien die Raiffeisenbanken in beiden Regionen auch wertvolle Steuerzahler; alle vier Banken lieferten dem Fiskus leicht mehr als 2,6 Millionen Franken ab.

«Die Zinsleistungen sind sehr zuverlässig»

Die Hypotheken und Geschäftskredite konnten um 3,51 Prozent auf die Summe von 3,377 Milliarden Franken gesteigert werden. 92,8 Prozent davon haben die vier Raiffeisenbanken in Wohneigentum und landwirtschaftliche Liegenschaften investiert, ein ähnlich hoher Wert wie im Jahr 2021.
 Jahresgewinn 2022 in Tsd. CHF. Grafik: eb
Jahresgewinn 2022 in Tsd. CHF. Grafik: eb
Christof Ackermann, Vorsitzender der Bankleitung der Raiffeisenbank Sarganserland, stellt eine «solide Bonität» des regionalen Gewerbes fest. «Die Zinsleistungen sind sehr gut und zuverlässig». Bei Covid-Krediten aus der Pandemiezeit habe man keine Ausfälle registriert. Als stetig steigend bezeichnet er die regulatorischen Anforderungen und Richtlinien, sowohl mit Bezug zur Schweiz als auch zum EU- und EWR-Raum. Letztlich komme dies aber der Kundensicherheit zugute.

Beispiele für nachhaltiges Denken aufgezeigt

Wie Monika Göldi, Vorsitzende der Bankleitung der Raiffeisenbank Sennwald, sagte, sei die Raiffeisen Gruppe bestrebt, die Nachhaltigkeit konsequent zu steigern, sowohl im Sinne der Bank als auch im Dienst der Kundschaft. «Wir nehmen unsere unternehmerische Verantwortung wahr». Diese Aussage verknüpfte sie mit einer Reihe von Beispielen: Reduktion der CO2-Emissionen, Sponsoring-Engagements, Eigenheim-Modernisierungsberatungen oder nachhaltige Investitionsstrategien. Betrugsfälle: «Kunde hat das letzte Wort» In den vergangenen Monaten meldete die St. Galler Kantonspolizei in regelmässigen Abständen Betrugsversuche, bei welchem die Opfer – zumeist ältere Menschen – am Telefon mit verschiedenen Vorwänden gedrängt werden, Bargeld zu übergeben, welches in den meisten Fällen dann bei der Bank abgehoben und den Tätern übergeben wird (der W&O berichtete mehrmals). Dies komme auch in der Region überraschend häufig vor, hiess es gestern an der Medienkonferenz auf Nachfrage. Das Personal der Raiffeisenbanken werde laufend geschult und sensibilisiert, versicherten die Bankleiter, dies mit Unterstützung der Schweizer Raiffeisen Gruppe und der Polizei. «Wir können aber niemanden daran hindern, über sein Geld zu verfügen. Der Kunde hat das letzte Wort», konstatierte Sandro Uhlmann, Vorsitzender Bankleitung Raiffeisenbank Werdenberg. Stark rückläufig war zuletzt hingegen das sogenannte Skimming, die Manipulation von Bancomaten. Das liege unter anderem auch daran, dass das Bankpersonal jeden Tag die Anlagen überprüfe.