Initiiert wurde das Projekt von Beat Cerny, Leiter Werkhof, gemeinsam mit den Stadträten Fred Rohrer und Andreas Schwarz. Ihr Ziel: die Stadtreinigung energieautark und ressourcenschonend zu betreiben und damit ein Modell für andere Gemeinden zu schaffen. Das geht aus einer Medienmitteilung der Stadt hervor.
Auf dem Dach des Werkhofs stehen 1200 Quadratmeter Fläche zur Verfügung, auf denen die Photovoltaikanlage jedes Jahr durchschnittlich 82’000 Kilowattstunden Strom erzeugt. Dies entspricht dem Jahresverbrauch von etwa zwanzig durchschnittlichen Einfamilienhäusern. Der auf dem Dach produzierte Strom reicht aus, um den Energiebedarf der neuen Elektrofahrzeuge des Werkhofs, von der Strassenreinigungs- bzw. Kehrmaschine über das Kehrichtfahrzeug und den Kipper bis hin zum Personentransporter, vollständig zu decken.
Neuer Regenwassertank deckt gesamten Bedarf
Das Strassenreinigungsfahrzeug benötigt täglich rund 57 Kilowattstunden Strom sowie 1500 Liter Wasser, und verursacht im Betrieb keine Treibhausgasemissionen. Zum Vergleich: Das bisherige fossile Modell mit einem täglichen Verbrauch von etwa 58 Litern Diesel verursachte dadurch rund 153 Kilogramm CO2.
Für die Wasserversorgung wird Regenwasser genutzt, das über die Werkhofdächer gesammelt und durch einen Schmutzabscheider in einen 40’000-Liter-Tank geleitet wird. Damit lässt sich der gesamte Wasserbedarf für die Reinigung decken, heisst es in der Mitteilung weiter. Regenwasser ist nicht nur ressourcenschonend, sondern auch deutlich verträglicher für die empfindlichen Düsen des Fahrzeugs. Zudem eignet es sich aufgrund seines geringen Kalkgehalts besser für die Bewässerung von Pflanzen im Stadtgebiet. Bei einem durchschnittlichen Jahresniederschlag von 1000 Millimetern ergibt sich ein Sammelvolumen von rund 1,2 Millionen Litern. Diese Menge genügt, um sowohl die Strassenreinigung, die Bewässerung als auch sämtliche Fahrzeugreinigungen weitgehend sicherzustellen.
Nachhaltige Infrastruktur mit Signalwirkung
Die Bilanz seit beeindruckend: 100 Prozent des Energiebedarfs des Werkhofs werden durch Solarstrom gedeckt, der Trinkwasserverbrauch entfällt vollständig, und gegenüber einem Dieselbetrieb stösst die Stadt jährlich rund 35 Tonnen CO2₂ weniger aus. Mit diesem Projekt sei Buchs eine der ersten Gemeinden, die ihre Strassen mit einem Kreislauf aus erneuerbarer Energie und ressourcenschonendem Regenwasser reinigt. Beat Cerny, Fred Rohrer und Andreas Schwarz haben damit ein wegweisendes Beispiel geschaffen, das zeigt, wie kommunale Infrastruktur nachhaltig gestaltet werden kann.
Die Zahlen auf einen Blick
Photovoltaikanlage: Dachfläche 1200 m²; durchschnittliche jährliche Stromproduktion: 82’000 kWh.
Vollelektrisches Strassenreinigungsfahrzeug: Täglicher Strombedarf: 57 kWh; täglicher Wasserbedarf: 1500 Liter. Jährliche CO₂-Reduktion: ca. 35 Tonnen (gegenüber Dieselfahrzeug)
Jährliche Einsparung der Dieselkosten: zirka 24’000 Franken.
Regenwassertank: Fassungsvermögen: 40'000 Liter; jährliches Sammelpotenzial: ca. 1,2 Mio. Liter. Trinkwasserverbrauch (Reinigung): entfällt vollständig; Jährliche Einsparung der Trinkwasserkosten (Reinigung): rund 700 Franken.
Die Stadt setzt neue Massstäbe in der nachhaltigen Stadtreinigung