Am Wochenende vom 14. bis 16. August darf der Bezirksschützenverband Obertoggenburg und die Schützengesellschaft Wilhelm Tell Krummenau alle Schiesssportinteressierten am Obertoggenburger Feldschiessen im Rübach, Krummenau, begrüssen.
Die Dachorganisation der Schweizer Schützinnen und Schützen, der Schweizer Schiesssportverband SSV oder swiss-shooting, wie er sich neudeutsch auch nennt, bewirbt das Feldschiessen mit dem Slogan «Für alle gratis». Und tatsächlich darf jeder Schweizer Bürger ab dem zehnten Altersjahr einmal pro Jahr gratis an diesem Schiesswettkampf teilnehmen.
Erfolgsvorgaben gibt es keine, es gilt der olympische Gedanke, Teilnahme ist alles. Damit ist das Eidgenössische Feldschiessen das grösste Schweizer Volksschützenfest.
Zwei Parteien sorgen für die Durchführung
Im Obertoggenburg sind immer zwei Parteien an der Durchführung des Feldschiessens beteiligt. Diese Begebenheit ist mit der Tradition verbunden, das Feldschiessen in einem Turnus auf verschiedenen Feldständen auszutragen. In der Organisation des Schiesswesens ist der Bezirksschützenverband für den Schiessbetrieb, den eigentlichen Wettkampf, verantwortlich.
Der ortsansässige Schützenverein stellt die provisorische Schiessanlage bereit und betreibt die Festwirtschaft. Heuer ist die Schützengesellschaft Wilhelm Tell Krummenau Gastgeberin. In der Gestaltung des Rahmenprogramms ist der durchführende Verein weitgehend frei. Als Fixpunkt im Programm sind einzig der Festumzug, die Veteranenfeier und das Absenden, sprich die Rangverkündigung, am Sonntagnachmittag ab 15 Uhr vorgegeben.
Interessantes Detail für Neugierige ist, dass nicht nur die Schützenkönige in den Disziplinen Pistole 25/50 Meter oder Gewehr 300 Meter geehrt, sondern Gewinner in verschiedenen Wertungen ausgezeichnet werden. So werden beispielsweise der beste Nachwuchsschütze, die beste Dame, der beste Veteran oder das höchste Polydistanz-Resultat, sprich die Summe beider Disziplinen, ausgezeichnet. Gute Chancen auf Ruhm und Ehre haben auch Teilnehmer der familieninternen Drei-Generationen-Teams.
Alles begann vor 142 Jahren
Das Feldschiessen hat im Obertoggenburg eine lange Tradition. Erstmals fand dies er Wettkampf am 25. Mai 1884 in Ebnat-Kappel statt. Meisterschütze unter den 297 Teilnehmern war ein Herr Sturzenegger vom Wintersberg gewesen.
Siegreiche Sektion waren die Militärschützen Ebnat-Kappel, gefolgt von Wilhelm Tell Krummenau, Wintersberg, Nesslau-Neu St.Johann, Hüsliberg und Ennetbühl. In Krummenau wurde das Feldschiessen erstmalig am 8. September 1898 durchgeführt. Ganze 15 Vereine nahmen teil.
Feldschiessen: Die Tradition wird hochgehalten