Finanzdisziplin darf Bildung nicht blockieren | W&O

Buchs 11.04.2026

Finanzdisziplin darf Bildung nicht blockieren

Esther Rohrer betont, dass die Schulraumplanung nicht zum Spielball der Schuldenbremse werden darf.

Von Esther Rohrer
aktualisiert am 11.04.2026

«Der Volksauftrag wurde ignoriert und das ist ein Skandal», Ausgabe vom 8. April

Sehr geehrter Herr Schmid, sehr geehrter Herr Kobelt, die Empörung über das Nichteinhalten eines Antrags, den die Stimmberechtigten an der letzten Bürgerversammlung gutgeheissen haben, kann ich aus einer demokratischen Grundhaltung heraus nachvollziehen. Demokratisch gefällte Entscheide sollen umgesetzt werden, unabhängig davon, ob einem deren Richtung persönlich zusagt oder nicht. In diesem Punkt teile ich Ihre Haltung. Ein demokratisch erteilter Auftrag verdient Respekt. 

Gleichzeitig habe ich an besagter Bürgerversammlung bewusst gegen die Schuldenbremse gestimmt. Nicht aus Prinzip, sondern aus der Überzeugung heraus, dass der Stadtrat in der gegebenen kurzen Zeit weder eine strategisch fundierte noch eine sozialverträgliche oder umsetzbare Lösung erarbeiten kann. Diese Einschätzung hat sich meines Erachtens bestätigt. Die aktuelle Situation wirft jedoch die Frage auf, weshalb nun Empörung geäussert wird, obwohl der Stadtrat mehrheitlich aus Personen besteht, die von Ihnen und Ihrem politischen Umfeld unterstützt wurden und heute die Verantwortung tragen.

Entscheidend erscheint mir jedoch ein anderer Punkt. Die Schuldenbremse darf keinesfalls mit der Schulraumplanung vermischt werden. Die Kinder von heute und morgen tragen keinerlei Verantwortung für politische Blockaden oder fehlende Einigung. Sie haben ein Recht auf gute Bildung und auf eine Infrastruktur, die diesem Anspruch gerecht wird. Gerade deshalb braucht es jetzt Sachlichkeit, Weitsicht und die Bereitschaft, über Parteigrenzen hinweg tragfähige Lösungen zu entwickeln, ohne ideologische Scheuklappen, ohne verschränkte Arme und ohne persönlichen oder politischen Nutzen in den Vordergrund zu stellen.

Ich bin überzeugt, wenn wir den Fokus auf das Gemeinwohl legen, sind vernünftige und zukunftsfähige Lösungen möglich.

Esther Rohrer, Veilchenweg 4, 9470 Buchs