Finanzielle Probleme: HPZ Seidenbaum muss den Gürtel enger schnallen | W&O

Trübbach • 19.10.2026

Finanzielle Probleme: HPZ Seidenbaum muss den Gürtel enger schnallen

Die Stiftung Heilpädagogisches Zentrum Seidenbaum leitet Massnahmen zur finanziellen Stabilisierung ein. Unter anderem werden die Klassen grösser.

Von PD
aktualisiert am 19.10.2026

Die Stiftung Seidenbaum steht vor grossen Herausforderungen. Die angespannte finanzielle Situation des Heilpädagogischen Zentrums macht organisatorische und betriebliche Anpassungen notwendig, wie einer Medienmitteilung zu entnehmen ist.

Von Seiten der Stiftung heisst es in dieser weiter: «Verschiedene personelle und organisatorische Herausforderungen haben den Seidenbaum in den vergangenen zwei Jahren stark gefordert. Dabei ist es uns nicht ausreichend gelungen, die finanziellen Auswirkungen frühzeitig zu erkennen und aufzufangen.»

Mario Gnägi, Präsident des Stiftungsrats, präzisiert an dieser Stelle:

Wir müssen die finanziellen Grundlagen des Seidenbaums stabilisieren und gleichzeitig unseren pädagogischen Auftrag gegenüber den Kindern und Jugendlichen weiterhin in hoher Qualität erfüllen.

Denn oberstes Ziel bleibt es, den Seidenbaum langfristig als verlässliche Bildungs- und Betreuungsinstitution für Kinder und Jugendliche mit besonderem Förderbedarf zu sichern und eine hohe pädagogische Qualität auf einer stabilen finanziellen Grundlage zu gewährleisten.

Klassen werden grundsätzlich grösser

Stiftungsrat und Geschäftsleitung haben unter Einbezug der Schulleitungen ein Massnahmenpaket erarbeitet. Dieses umfasst Anpassungen der Führungs- und Verwaltungsstrukturen sowie Veränderungen in der Schulorganisation. Die Umsetzung erfolgt schrittweise ab Herbst 2026 und im Verlauf des Schuljahres 2026/27 sowie ab dem Schuljahr 2027/28.

So wird die pädagogische Führung künftig auf mehrere Schulleitungspersonen verteilt, teilt die Stiftung mit. Damit soll die Führungsverantwortung breiter abgestützt, die Präsenz der Schulleitungen gestärkt und eine verlässliche Begleitung der Mitarbeitenden sichergestellt werden. Gleichzeitig werden die Geschäftsleitung und die Verwaltung organisatorisch gestrafft. Frei werdende Stellen werden nur noch teilweise wieder besetzt.

Auch die Klassen- und Unterrichtsorganisation wird weiterentwickelt. Künftig werden die Klassen grundsätzlich grösser geführt und damit an Klassengrössen angenähert, wie sie auch an anderen Sonderschulen üblich sind. Dabei bleiben die besonderen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler und die pädagogischen Anforderungen massgebend, schreibt die Stiftung, die die notwendigen Veränderungen nutzt, um bestehende Strukturen und Abläufe zu überprüfen und die verfügbaren Ressourcen effizienter einzusetzen. Im Zentrum stehen eine langfristig gute pädagogische Förderung, Bildung und Betreuung innerhalb eines gesicherten finanziellen Rahmens.

Enge Zusammenarbeit mit dem Kanton

Die Stiftung des Heilpädagogischen Zentrum Seidenbaum steht mit den zuständigen kantonalen Stellen in einem engen und konstruktiven Austausch über die finanzielle sowie die zukünftige organisatorische und pädagogische Ausrichtung, heisst es weiter. Die bisherigen Gespräche zeigen eine klare Bereitschaft des Kantons, gemeinsam mit der Stiftung an einer nachhaltigen Lösung zu arbeiten.

Die Mehrjahresplanung sieht vor, die finanzielle Situation spätestens bis 2028 zu stabilisieren. Mario Gnägi hält fest:

Die anstehenden Veränderungen verlangen von allen Beteiligten viel. Umso mehr schätzen wir das grosse Engagement unserer Mitarbeitenden, auf das wir gerade jetzt besonders angewiesen sind.

Der Präsident des Stiftungsrats strahlt Zuversicht aus, dass es mit gemeinsamen Kräften gelingt, «den Seidenbaum pädagogisch zu stärken und gleichzeitig finanziell auf eine dauerhaft stabile Grundlage zu stellen.»