Gaiserbähnli verlängern statt stilllegen | W&O

Region • 08.10.2026

Gaiserbähnli verlängern statt stilllegen

Aus Sicht von Erwin Werder ist die geplante Stilllegung des Gaiserbähnlis nach den immensen Infrastruktur-Investitionen der letzten Jahre eine enorme Geldverschwendung.

Von Erwin Werder
aktualisiert am 08.10.2026

Der Kanton St.Gallen will das Gaiserbähnli durch einen Bus ersetzen. Was soll das denn wieder? In den letzten Jahren ist die gesamte Infrastruktur auf Vordermann gebracht worden, sämtliche sicherheitsrelevanten baulichen Massnahmen wurden ausgeführt. Nebst der Kreuzstrasse, welche endlich eine Barrierenanlage erhielt, wurden andernorts ebenfalls Barrieren oder wenigstens Blinkanlagen installiert. Übertrieben gesagt ist jetzt jeder «Kuhübergang» gesichert. 

Statt einer Stilllegung wäre eine Verlängerung bis zum Bahnhof Altstätten eine zukunftsorientiertere Lösung. Hätte man damals die frühere Tramlinie übernehmen können, wie viel mehr Frequenz gäbe es heute, wenn man direkt von Zug zu Zug umsteigen könnte, statt dazwischen den Bus nehmen zu müssen? 

Im Vergleich die ehemalige Trogenerbahn St.Gallen–Speicher–Trogen: Wäre sie nach der Aufhebung des Trams in St.Gallen nur noch bis Spisertor statt bis St.Gallen HB gefahren, würde diese Linie längst nicht mehr existieren. Aber nur so war es möglich, die Durchmesserlinie Trogen–Appenzell zu verwirklichen. Dazu der Quantensprung an neuen Fahrgästen. 

Der Kantonsrat soll sich bitte mal erkundigen, wie viel in den letzten Jahren, wie eingangs erwähnt, investiert wurde. Ganz einfache Rechnung, die niemals aufgeht, wenn 2028 Schluss sein soll. Dann war das alles hinausgeworfenes Geld. Allein schon deswegen müsste, um diese Investitionskosten abgelten zu können, der Betrieb mindestens bis 2035 gewährleistet sein. Bis dahin läuft die Konzession des Bundes noch. Aufgrund dieser Argumente ist somit der Betrieb aufrechtzuerhalten.

Erwin Werder, Läui 25, 9466 Sennwald