Die Säntis-Schwebebahn AG baut zwischen Mai und Spätherbst eine neue Bahn. Dies wirkt sich auf die Mitarbeitenden aus, denn in dieser Zeit würden weniger gebraucht, sagte Urs Dähler, Kaufmännischer Leiter der Säntis-Schwebebahn AG, im Gespräch mit dieser Zeitung. Betroffen seien rund 40 Personen. Für einige Mitarbeitende besteht noch keine Lösung. Entlassungen kann Dähler nicht ausschliessen, «zu Massenentlassungen wird es aber nicht kommen», sagte er.
Der Gewerkschaftsbund St.Gallen-Appenzell zeigt sich in einer Medienmitteilung vom Dienstagmorgen besorgt darüber, dass das Unternehmen überhaupt erwägt, Entlassungen auszusprechen. Betriebsunterbrüche aufgrund von Umbau- und Renovationsarbeiten gehörten bei einem solchen Betrieb zum Geschäftsrisiko. Die Arbeitgeberin sei in Verzug, da sie keine Arbeit anbieten kann. Während der Umbauarbeiten könnten die Arbeitnehmenden befristet in einer anderen Unternehmung unterkommen. Dies werde gemäss den Verantwortlichen zwar angestrebt, sei jedoch nicht in allen Fällen möglich.
Der Gewerkschaftsbund fordert von der Säntis-Schwebebahn AG, keine Entlassungen auszusprechen. Denn das Unternehmen schreibe selbst, es sei nach dem Umbau wieder auf die Mitarbeitenden angewiesen. Meist seien es ältere Arbeitnehmende und solche, die gesundheitlich angeschlagen sind, die zuerst entlassen werden, schreibt der Gewerkschaftsbund.
Bei der Säntis-Schwebebahn AG sind genug Gelder vorhanden, um diesen eine Überbrückung zu leisten und sie nach dem Umbau wieder weiterzubeschäftigen.
Das wäre gegenüber den Arbeitnehmenden fair.
Gewerkschaftsbund fordert Sozialplan
Stossend sei, dass die Säntis-Schwebebahn den Arbeitnehmenden unbezahlte Ferien anbiete und so das Unternehmerrisiko auf die Arbeitnehmenden abwälze. Um solche Risiken abzufedern und für den Fall, dass dennoch Kündigungen ausgesprochen werden, brauche es einen guten Sozialplan.
«Sehr irritiert ist der Gewerkschaftsbund St.Gallen-Appenzell, dass im Artikel immer noch von Saisonniers gesprochen wird», steht in der Medienmitteilung weiter. Der Begriff beziehe sich auf das Saisonier-Statut und die Kontingentierung von im Ausland rekrutierten Arbeitnehmenden. Das Saisonier-Statut sei mit der Einführung des Entsendegesetzes abgeschafft worden und damit auch der Begriff. In der Tourismusbranche spreche man von Saison-Angestellten.
Gewerkschaftsbund kritisiert Säntis-Schwebebahnen AG für fehlende Lösungen