Gezielte Kiesentnahme am Rhein soll vor Hochwasser schützen | W&O

Rüthi/Lienz vor 7 Stunden

Gezielte Kiesentnahme am Rhein soll vor Hochwasser schützen

Ein Pilotversuch zeigt, wie aktives Geschiebemanagement am Alpenrhein zum Hochwasserschutz beiträgt.

Von PD
aktualisiert vor 7 Stunden
Abo Aktion schliessen
News aus der Region?

Alle Geschichten, alle Bilder

... für nur 9 Franken im Monat oder 96 Franken im Jahr.

Heute transportiert der Alpenrhein im Mittel jährlich rund 70’000 Kubikmeter Geschiebe in Richtung Bodensee. Kies und Sand bleiben am Beginn der Rheinvorstreckung bei Hard/Fussach liegen, werden dort entnommen und in der Bauindustrie verwendet. Mit der Umsetzung des Hochwasserschutzprojekts Rhesi wird das Gerinne des Flusses breiter und er fliesst langsamer. Darum wird der Alpenrhein künftig bereits vor der Rheinvorstreckung Kies und Sand ablagern.

Ohne Massnahmen würde die Flusssohle langsam in die Höhe wachsen. Dies wäre ein Problem für den Hochwasserschutz. Die Flusssohle muss stabil gehalten werden, damit der Abflussquerschnitt gleich bleibt und genug Wasser zwischen den Dämmen abfliessen kann.

Entnahme künftig auch bei Rüthi und Diepoldsau

Um die Hochwassersicherheit am Rhein langfristig zu gewährleisten, ist ein aktives Geschiebemanagement nötig. Künftig sollen Kies und Sand nicht nur an der Vorstreckung, sondern auch bei Diepoldsau und Rüthi entnommen werden. Die Menge an Sand und Kies, die künftig entnommen wird, bleibt gleich wie heute, wird aber zwischen der Vorstreckung, Diepoldsau und Rüthi aufgeteilt. Seit vergangener Woche läuft in Rüthi über fünf Jahre ein Pilotversuch zur Geschiebeentnahme auf Kiesbänken. Es wird jeweils im Winter während rund vier bis sechs Wochen Kies entnommen.

Mit dem Versuch zwischen der Zollbrücke Lienz-Bangs und der Illmündung (Rheinkilometer 62 bis 65) werden Erkenntnisse zu Sohlenänderungen, Grundwasser und Umsetzung gewonnen. Beobachtet wird, wie sich die Flusssohle verändert und ob die Grundwasserqualität und der Grundwasserstand ändern. Zudem werden die Machbarkeit überprüft und bautechnische sowie baubetriebliche Optimierungen angestrebt.

Öffentliche Führung

Interessierte haben die Möglichkeit, sich am Donnerstag, 19. Februar, um 16 Uhr über den Geschiebeentnahmeversuch zu informieren. Projektleiter Bernhard Valenti erklärt die Gegebenheiten vor Ort und steht für Fragen zur Verfügung. Treffpunkt ist direkt bei der Flussbaustelle, Höhe Rhein-Kilometer 64, ca. einen Kilometer oberhalb der Illmündung.

Die Anreise wird, je nach Witterung, zu Fuss oder mit dem Fahrrad empfohlen. Um eine Anmeldung an info@rheinregulierung.org wird gebeten.

Ersatzparkplätze vor dem Steinbruch Oberbüchel

Die beliebten Parkplätze bei der Einmündung des Werdenberger Binnenkanals sind während der Dauer des Geschiebeentnahmeversuchs gesperrt. Der Platz wird für die Baustellenlogistik benötigt. Ersatzparkplätze stehen vor dem Steinbruch Oberbüchel, etwas weiter flussaufwärts, nahe Grenzübergang Lienz-Bangs, zur Verfügung.

Detailliertere Informationen zum Geschiebeentnahmeversuch finden sich im Bericht zur Mitwirkung vom Sommer 2024.