Der Historische Verein der Region Werdenberg HVW organisierte zusammen mit dem Historischen Verein des Kantons St.Gallen am 26. Februar einen Anlass, in dem auch das hochaktuelle Thema «Neutralität» ausgiebig zur Sprache kam. Im Forum des Berufs- und Weiterbildungszentrums Buchs Sargans fanden sich gegen 50 Interessierte ein. Wie der HVW schreibt, zeigt Historiker Jakob Tanner – Mitglied der ehemaligen Bergier-Kommission – anschaulich auf, wie sich die formelle Neutralität der Schweiz historisch herleiten lässt.
Alles begann mit dem Sieg über Napoleon I.
Vor mehr als 200 Jahren wurde Napoleon I. von Russland, Grossbritannien, Preussen und Österreich endgültig besiegt. Die Siegerstaaten, die Frankreich rasch wieder in ihren Kreis aufnahmen, gaben nun Europa eine neue Ordnung. Einen Teil davon bildete die von der Schweiz angestrebte Neutralität, mit deren völkerrechtlicher Anerkennung die Grossmächte aber auch ihre eigenen Ziele verfolgten. Wie sich das Verständnis und die Umsetzung der Neutralität in den grossen Krisen des 19. und 20. Jahrhunderts verändert haben, war ein weiterer Schwerpunkt des Referats.
In der angeregten Diskussion mit dem Publikum wurde die Frage, wie sich die Schweiz angesichts der gegenwärtigen wirtschaftlichen, politischen und militärischen Veränderungen in der europäischen Staatenwelt «neutral» verhalten könne, vertieft. Es zeigte sich einmal mehr, dass es in der komplexen Weltlage auch für die neutrale Schweiz keine einfachen, allgemeingültige Lösungen gibt.
Glück gehabt: der Wiener Kongress und die Folgen für die Schweiz