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Grabs vor 2 Stunden

Grabser Schildbürger

Florian Gantenbein kritisiert den Abbruch der bestehenden Tennishalle.

Von Florian Gantenbein
aktualisiert vor 2 Stunden

Die Abstimmung über das Schulhaus Feld ist erfolgreich verlaufen. Nun ist das nächste Millionenprojekt in Bearbeitung: Die «IG Sportanlagen Mühlbach» plant, die bestehende Tennis- und Squashhalle abzureissen, um auf diesem Areal eine gigantische Vereinshalle zu realisieren. Diese Tennishalle hat der Gemeinderat vor vier Jahren gekauft. Ich frage mich: War damals schon die Absicht, das 40-jährige Gebäude abzubrechen, oder eher, um überschüssige Steuereinnahmen zu platzieren? Diese Halle wird von der Tennisschule Illich gemietet, um darin unter anderem die Tennisjugend Grabs, Buchs und Gams zu trainieren. Auch der Squashclub Grabs ist Mieter ihrer Boxen und auch jener des Restaurants. Sie ist auch noch keinesfalls abbruchreif. Von ihr wünscht die Baugruppe Mühlbach nur den Baugrund, da er direkt am Fussballplatz liege. Weil er jedoch für ihr Projekt zu klein ist, müssen sie auch noch das Reserveland vom Tennisclub dazukaufen. Es ist geplant, dass der Tennisclub als Ersatz zwei neue Plätze im Dachgeschoss des Neubaus erhalten würde und auch eine neue Ballenwand. Auch für den Squashclub sind vier neue Boxen vorgesehen. Für die Bauzeit von drei bis vier Jahren seien Provisorien vorgesehen.

Wenn man die Kosten nur für diesen Baugrund zusammenrechnet, käme der Quadratmeter auf über 1000 Franken zu stehen. (Vernichtung des gemeindeeigenen Gebäudes: 1'600’000 Franken / Gebäudeabbruch und dessen Entsorgung über 1’000’000 Franken / Bodenzukauf 260’000 Franken / Erstellen von Provisorien mindestens 300’000 Franken), also über 3’000’000 Franken. Darin sind die Kosten von neuen Tennisplätzen und den Squashboxen noch nicht enthalten.

Ich finde diesen vorgesehenen Hallenabbruch nur für die Herstellung des gewünschten Baugrunds in keiner Weise nachhaltig und sehe dies als «Schildbürgerstreich». Ich bin überzeugt, dass das Grabser Stimmvolk diesem Vorgehen nie zustimmen wird – zumal es ja südlich von den Fussballplätzen für die Grabser Vereine noch genügend Gratis-Bauland auf dem ehemaligen Schwimmbadareal gibt. Dieses Land haben die Vereine und die Bürger mit dem grossen Schwimmbadfest 1971 und mit dem Fest «ganz Grabs uf de Bei» erwirtschaftet. Weil das Vorhaben des Schwimmbads nicht realisiert wurde, hat sich die damals neue Grabser Hallengenossenschaft die 15’000 m2 unter den Nagel gerissen und bereits über die Hälfte davon verkauft. Sie ist jedoch bis heute nicht bereit, die restlichen 7000 m2 für den Bau einer Vereinshalle herzugeben!

Aus all diesen Gründen rate ich der Planungsgruppe, einen «Plan B» auf dem Gratis-Boden zu errechnen (ohne Tennisplätze und Squashboxen), um sicherer zu einer Halle zu kommen.
Gerne möchte ich Ihre Meinung in einem Leserbrief in dieser Zeitung erfahren.

Florian Gantenbein, 
Mädliweg 26, 9470 Werdenberg