Kinderkram: «Winken oder nicht winken wenn die Tochter zum Skitag fährt?» | W&O

03.02.2023

Kinderkram: «Winken oder nicht winken wenn die Tochter zum Skitag fährt?»

In der Kolumne «Kinderkram» schreibt die ehemalige W&O-Redaktorin Katharina Rutz regelmässig über den Alltag mit ihrer Familie.

Von Katharina Rutz
aktualisiert am 28.02.2023
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Darf ich Ihnen eine Gretchenfrage stellen? Wie halten Sie es mit dem Winken? In unserer Schulgemeinde gibt es eine Sportwoche. Ein Angebot ist es, Ski zu fahren und die Schülerinnen und Schüler von der ersten bis zur dritten Klasse fahren dazu mit Cars nach Grüsch. Nun bringen alle Eltern ihre Kinder täglich auf den grossen Schulhausplatz zum Einsteigen. Das Gewusel ist gross bis am ersten Tag die Skiausrüstung im Anhänger verteilt ist und alle Kinder mit Handschuhen und Helm beim richtigen Car eingereiht sind. Dann sagt Mama tschüss, küsst das Kind zum Abschied, welches sich zwei Sekunden später schon nicht mehr im geringsten nach der Mutter umsieht. Und dann kommt eben diese Gretchenfrage:
Bleibe ich jetzt noch da, damit ich meinem Kind winken kann, wenn der Car dann tatsächlich irgendwann einmal abfährt?
Oder gehe ich zügig zurück zum Auto um noch vor allen anderen wieder aus dem Parkplatz fahren zu können?

Warum alle stehen bleiben

Ich kann mich erinnern, an meinen ersten Skitag-Abschied. Da stand ich da und wollte gerade gehen, als mir auffiel: Warum um Himmelswillen bleiben alle Mütter (und teilweise auch Väter) noch da stehen? Vielleicht sollte ich das also auch mal so machen. Dann, als alle nach einer gefühlten Stunde endlich eingestiegen waren und sich der erste Car in Bewegung setzte, wurde mir klar weshalb. Es begann das grosse Winken.
Dieses Jahr habe ich mit meinen Mädchen vorgängig abgeklärt, ob es wichtig für sie ist, dass ich noch dableibe und winke, wenn der Car losfährt.
Nein und Nein war die Antwort. Welche Erleichterung! Ich muss also nicht noch weitere 15 Minuten frierend dastehen nur um dann aufs Geratewohl loszuwinken, da ich nur raten kann, wo sich meine Mädchen tatsächlich hingesetzt haben. Denn ich weiss ja nicht, ob andere Mütter bessere Augen haben, aber ich sehe durch die getönten Scheiben des Cars nur schwarze Silhouetten und daran erkenne ich meine Kinder nicht.
Autorin Katharina Rutz ist hauptberuflich Mami von Lilly (9), Sarah (8) und Julian (2), nebenberuflich Journalistin, Bäuerin und Pferdenärrin.