Kirchgemeinden suchen Synodale | W&O

Region 09.01.2026

Kirchgemeinden suchen Synodale

Die Mitgliedschaft im Kirchenparlament des Kantons St. Gallen bietet die Chance, sich aktiv politisch zu engagieren. Im Frühjahr werden in der Region Werdenberg und Obertoggenburg die neuen Mitglieder gewählt.

Von pd/wo
aktualisiert am 09.01.2026
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Zweimal jährlich tagt die Synode, das Parlament der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St. Gallen. Dabei werden die rechtlichen Grundlagen und die Organisation der Kirche debattiert. «Wie in jedem Parlament spielen dabei politische Haltungen eine wichtige Rolle, die ihrerseits wiederum – ebenfalls wie bei allen öffentlichen Gremien – von persönlichen Idealen gelenkt werden», erklärt Daniel Saluz, Präsident der Kirchgemeinde Grabs-Gams.

Wie charakteristisch in der Landeskirche würden sich auch hier die Glaubensverständnisse unterscheiden. «Man findet von liberalen Einstellungen über pietistische Haltungen bis hin zu evangelikalen Überzeugungen und postevangelikalen Erkenntnissen alles, was an christlichen Weltanschauungen kreucht und fleucht», so Saluz. An regen und kontroversen Diskussionen mangele es somit nicht. Er erklärt weiter:

Diese Vielfalt macht die Debatten sowohl in der Kirche wie auch in der Synode spannend.

Unter dem Strich liege allen eine wirkungsvolle Kirche, die sich für die Menschen investiert, am Herzen.

Konstruktive Vielfalt im Zentrum

Die St. Galler Landeskirche unterstützt die einzelnen Kirchgemeinden in ihren vielseitigen Engagements für Junge, Senioren, Familien und Kinder, im Bereich Musik, Seelsorge, Gemeindeentwicklung oder Diakonie. Als oberstes Organ der Kantonalkirche zählt die Legislative 180 Mitglieder. Die Synodalen werden von den Kirchgemeinden gewählt. Wählbar sind Mitglieder von Kirchgemeinden mit Stimm- und Wahlrecht.
Neben der Legislativarbeit überwacht die Synode die Tätigkeit des Kirchenrates (Exekutive). Sie erlässt die Kirchenordnung und ist verantwortlich für die rechtlichen Grundlagen des kirchlichen Lebens. Sie wählt die sieben Mitglieder des Kirchenrats und prüft deren Amtsbericht. Ausserdem beschliesst sie über Voranschlag und Rechnung. Die Mitglieder haben somit kirchenpolitisch grosses Gewicht.

Wahlen finden im Frühjahr statt

Die Parlamentsarbeit ist laut Saluz anspruchsvoll, bietet aber auch die Möglichkeit, zu gestalten und sich zu vernetzen. Nicht selten ist das Amt auch der Start einer weiterführenden politischen Karriere. Die Mitglieder der Synode aus den evangelischen Kirchgemeinden der Region Werdenberg und Obertoggenburg werden im Frühjahr gewählt. Eine Chance für Kirchbürgerinnen und Kirchbürger, sich aktiv in die Kirchenpolitik einzumischen, mitzugestalten und Neues zu initiieren. Interessierte können sich beim Sekretariat ihrer Kirchgemeinde melden, so Saluz. Dieses Jahr stehe auch gleich ein spannendes Grossprojekt an.

Neue Verfassung lädt zur Mitwirkung ein

2026 startet ein tiefgreifender Prozess. Nach über 50 Jahren soll die Verfassung der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons erneuert werden. Auch wenn die Botschaft und die Aufgabe der Kirche dieselben bleiben, so sind doch die Strukturen und Prozesse, welche eine zeitgemässe Umsetzung ermöglichen, anzupassen. Die Revision orientiert sich am Slogan der St. Galler Kirche: «nahe bei Gott – nahe bei den Menschen».
Bei der Konstituierung der neuen Kirchenverfassung gehe die Kantonalkirche neue Wege. Mit einem breiten Mitwirkungsverfahren soll die Meinung der Kirchbürger abgeholt werden. Die Anliegen werden differenziert evaluiert und schliesslich transparent eingeordnet, ob und wie die Themen in die neue Verfassung aufgenommen werden können.

Hinweis: Den Auftakt zum Mitwirkungsverfahren macht eine öffentliche Gruppenveranstaltung am Freitag, 16. Januar, 09.30 bis 16.15 Uhr in der Lokremise St. Gallen.